Stillen? – und wenn ja, wie lange? Meine Erfahrungen.

Blog Gastartikel: Die kleine Botin

25.Mai 2018
Deutsch

Gastbloggerin Daniela von die kleine Botin ist selber zweifache Mama und hat beide Kinder gestillt. Gern und unerwartet lange. Wie es dazu kam, dass sie die jüngere der beiden Töchter sogar bis knapp vor den 3. Geburtstag regelmäßig gestillt hat, erzählt sie hier.

Stillen? – und wenn ja, wie lange? Meine Erfahrungen.

Vor dem ersten Kind macht man sich viele Gedanken um die Schwangerschaft, die Gesundheit, die Vorsorgeuntersuchungen und um die Geburt! Alles ist neu, in keinster Weise abschätzbar und unglaublich spannend.
Yogakurs, Geburtsvorbereitung und die ersten Gespräche mit der Hebamme: Und genau bei diesen ist dann auch das erste Mal die Sprache aufs Stillen gekommen. Ob ich das denn wolle, hat sie mich gefragt und irgendwie habe ich intuitiv mit „Ja!“ geantwortet. 

Als es dann soweit war, mein Baby nach der Geburt nackt auf meinem Bauch lag und sie das erste Mal getrunken hat, war ich im siebenten Himmel! Die Natur ist ein Wunder. Wir Frauen können nicht nur einem Menschen Leben schenken, wir können ihn auch danach noch ernähren.

Nach den ersten Tagen und den ersten Hormon-Schüben war dann alles nicht mehr so rosa-plüschig: Etwa drei Wochen nach der Geburt hatte ich mich übernommen, die ersten Ausflüge gewagt, fühlte mich plötzlich schwach, krank und hatte Kopf- und Gliederschmerzen. Erst dachte ich an einen grippalen Infekt, aber der rote Fleck auf der rechten Brust signalisierte eine Brustentzündung. Es folgten Tage voller Schmerzen, Tränen und tägliche Besuche meiner Hebamme. Ohne sie hätte ich wohl aufgegeben. Sie half mir mit entzündungshemmenden Wickeln, homöopathischen Mitteln und ganz viel ermutigenden Gesprächen. Dann bereitete mir das Stillen auch wieder Freude.

Nach etwa 10 Monaten hat Fräulein Tochter selbständig beschlossen, keine Muttermilch mehr zu brauchen. Sie hat am Familientisch mitgegessen und abends war sie mit Getreidebrei zufrieden.

Rund 3 Jahre später hatte ich wieder ein neugeborenes Baby im Arm: die kleine Schwester saugte genauso leidenschaftlich und freudvoll schon ganz kurz nach der Geburt. Mit der Sicherheit, es zu wollen und zu schaffen, klappte das Stillen dieses Mal wie von selber! Es war eine wunderbare Art, dem zweitgeborenen Baby seine besondere Kuschel-Zeit zu geben.

Sie hat keinen Schnuller genommen und es war klar, dass es eine lange Stillzeit werden würde. Dass es fast drei Jahre werden, hätte ich jedoch nicht gedacht.
Nach rund zwei Jahren habe ich nachts abgestillt, das ging erstaunlich gut und stressfrei. Tagsüber konnte sie weiterhin nach Bedarf ihre „Busenmilch“ trinken.

Nach 32 Monaten gab es dann nur mehr das Abend-Still-Ritual, dass sie eines Tages einfach vergessen hat! Ja, es schien ihr 3 Tage nicht abzugehen und diese Phase habe ich genutzt. Sie hat es dann nochmal probiert, aber es war keine Milch mehr vorhanden.
So ist diese wunderbare Zeit des Stillens selbstbestimmt und wunderschön zu Ende gegangen und wir sprechen noch immer viel davon, kuscheln und freuen uns!

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