Stress in der Schwangerschaft

Kann er dem Baby wirklich schaden?

26.März 2020
Deutsch

Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit und manchmal nicht nur von Vorfreude geprägt, sondern auch von Ängsten. Etwas Stress und Unbehagen sind nicht außergewöhnlich und haben in der Regel keine negativen Auswirkungen auf das Baby. Ab wann bei dir aber die Alarmglocken läuten sollten, verraten wir dir hier.


Foto: Shutterstock

In nur 9 Monaten wächst ein ganzer Mensch heran – und legt damit eine gewaltige Entwicklung zurück. In bestimmten Phasen werden dabei die Grundlagen für das weitere Leben gelegt. Und zwar sowohl in körperliche als auch mental. Bestimmte äußere Einflüsse können diese Entwicklung mitunter stören. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Infektionskrankheiten in der Schwangerschaft aber auch Stresshormone aus dem Körper der Mutter.

Starker Stress zeigt sich nämlich durch verschiedene körperliche Reaktionen:

  • schnellerer Herzschlag
  • schnellere Atmung
  • muskuläre Verspannung
  • verstärkte Hormonausschüttung (Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Cortisol)

Einige dieser Wirkungen zeigen sich auch beim Fötus. Sein Herzschlag steigt zum Beispiel kurz nach dem der Mutter an. Man nimmt allerdings an, dass diese Reaktionen in gewissem Maß nicht schädlich sind, sondern das kindliche System “trainieren“. Zu viel kann allerdings auch negative Auswirkungen haben.
 

Was ist „zu viel Stress“?

Achtgeben und Hilfe suchen solltest du in folgenden Fällen:

  • Anzeichen einer Depression (starke Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Gefühl von Leere, alle Bereiche umfassende Traurigkeit)
  • Burnout Gefühl (ähnlich einer Depression: Erschöpfung, übermäßige Müdigkeit, Gefühl der Überforderung, häufiges Weinen)
  • Große Ängste (im Zusammenhang mit der Schwangerschaft oder andere)
  • Große Trauer wegen z.B. einem Todesfall
  • Seelische oder körperliche Gewalt
  • Schwere Partnerschaftskrisen
  • Traumatische Erlebnisse wie Unfälle, Überfälle, Naturkatastrophen
  • Schwere finanzielle Sorgen
     

Mögliche Folgen von Stress beim Kind

Starker Stress kann Auswirkungen auf das Kind haben – das muss aber nicht so sein. Die folgende Liste sind also mögliche Risiken:

  • Frühgeburt
  • niedriges Geburtsgewicht
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Konzentrationsprobleme
  • Diabetes
     

Was tun gegen Stress?

Selbst in der Schwangerschaft können bestimmte Medikamente bei starken psychischen Belastungen (und psychischen Erkrankungen) genommen werden – das sollte natürlich nur unter ärztlicher Absprache erfolgen. Auch natürliche, pflanzliche antidepressive Mittel müssen unbedingt vorher ärztlich genehmigt werden!

Nimm auf die Signale deines Körpers acht: wenn du müde bist, raste dich so gut es geht aus und suche dir Hilfe aus dem Umfeld. Schwangerschaftsyoga und andere aktive Entspannungsmethoden wie Meditation sind hervorragende Möglichkeiten einmal abzuschalten. Je nach Schwangerschaftsphase kann auch Sport gut gegen Stress helfen. Besprich aber mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, was für dich geeignet ist. Am Ende der Schwangerschaft tut auch ein Spaziergang gut.

Professionelle psychologische Hilfe – sei es laufend oder auch nur als einzelne Coaching-Stunde – kann enorm viel bewirken und erleichtern.

Sehr empfehlenswert ist außerdem die Betreuung durch eine Hebamme. Sie kann wesentlich dazu beitragen, Ängste rund um die Schwangerschaft zu überwinden und dir mit Entspannungstipps weiterhelfen.

 

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Quellen:
https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/stress-in-der-schwangerschaft/
https://de.wikipedia.org/wiki/Stresshormone
https://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/stress-in-der-schwangerschaft-hinterlaesst-spuren-im-gehirn-a-928555.html

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