Thema Sex: Geburtstrauma bei Vätern

Das solltest du unbedingt ernst nehmen!

06.Mai 2018
Deutsch

Auf die eine oder andere Art ist eine Entbindung für dich als Mann ein umwerfendes Erlebnis. Selbstverständlich vor allem bei der Erstgeburt. Aber nicht in jedem Fall bist du ausschließlich verzaubert von diesem überwältigenden Ereignis. Gemischte Gefühle können sich dabei bereits in der Geburtsklinik aber auch erst in den eigenen vier Wänden einstellen. Das kann mehrere Gründe haben. Nachdem es sich beim Thema Geburtstrauma des Vaters jedoch leider weitgehend noch um ein Tabuthema handelt, kommst du als frischgebackener Papa mit deinen Sorgen und Ängsten einfach oftmals zu kurz, wenn es darum geht, die Eindrücke entsprechend zu verarbeiten.

Sobald du merkst, dass sich dadurch die Partnerschaft so wie sie vorher war verändert hat, solltest du dranbleiben und dem Thema etwas mehr Raum geben. Denn natürlich steht nun die Versorgung des Babys an erster Stelle. Und die frischgebackene Mama soll sich jetzt rundum wohl fühlen, sich von den Strapazen erholen und rasch wieder auf die Beine kommen. Wenn sie allerdings spürt, dass sie momentan weniger begehrenswert als vor der Geburt für dich ist, kann das Schöne am Elternsein noch im Wochenbett in trübes Wasser sinken.

Thema Sex: Geburtstrauma bei Vätern

Foto: Shutterstock

Entbindung: auf das Baby einstimmen, oder hilflos danebenstehen?

Ein wirklich wichtiger Faktor ist, dass du nicht nur „um des lieben Friedens willen“ bei der Geburt dabei bist. Und auch nicht deswegen, weil der Freundeskreis, Verwandte oder deine Partnerin darauf bestehen.
Immerhin ist seit Jahrzehnten die Ansicht verbreitet, dass das Geburtsereignis wichtig für das Vaterwerden sei. Das Bonding mit dem Baby kannst du tatsächlich aber auch genauso vertiefen, wenn es den Geburtsstress bereits hinter sich hat. Deshalb ist es besonders wichtig, dass du für dich das Pro und Contra abwägst – dabei sein ist nicht immer alles.

Solltest du der Ansicht sein, dass du ohnehin nicht viel beitragen kannst, eventuell deine Partnerin eher verunsicherst als ihr mit Atemübungen oder einer Rückenmasssage zur Seite zu stehen, dann lass´ es doch lieber sein. Diese Entscheidung kannst du auch noch während der Entbindung treffen. Das erfordert allerdings, dass du dich auf dein Bauchgefühl verlässt und zu jeder deiner Entscheidungen - egal wann du sie triffst - voll und ganz stehst. Ansonsten kann dich später das schlechte Gewissen plagen, sich ein Gefühl des Versagens einstellen, und eventuell auch tiefgreifende Selbstzweifel entstehen. Denn das Geburtstrauma bei Männern wird leider unterschätzt. Ähnlich wie es noch vor gar nicht langer Zeit bei Müttern mit postnataler Depression der Fall war. Es scheint den O-Ton zu geben, frischgebackene Eltern sollten sich gefälligst zusammennehmen und sich einfach über ihr gesundes Baby freuen.

 

Was tun, wenn du dann aber keine Lust auf Sex mehr hast?

Der Anblick der Austreibung des Babys liegt dir aber noch immer im Magen? Die Intimzone deiner Partnerin hat für dich dadurch plötzlich an Reiz verloren? Sollte das der Fall sein, kann das die Beziehung durchaus gehörig strapazieren. Denn auch Frauen haben sexuelle Bedürfnisse, denen sie nach der Wundheilung wieder nachgehen wollen, abgesehen davon, dass sie während der Schwangerschaft und auch wenn das Baby da ist, meist noch viel mehr die Nestwärme suchen. Im Grunde ist das mit dem Sex aber trotzdem eine sehr individuelle Angelegenheit. Verallgemeinern kann man das natürlich nicht.

Dinge ändern sich und was heute ein Problem ist, kann sich in Windeseile auch wieder ändern. Empfehlenswert ist es auf alle Fälle das Gespräch zu suchen. Am besten mit deiner Partnerin, oder mit einer Vertrauensperson. Sprich, wenn nötig, auch mit einem Spezialisten oder einem Therapeuten über deine ungewollte Enthaltsamkeit. Nach einer Weile kommt dann bestimmt auch euer Liebesleben wieder ins Lot. Vertraue darauf – vertraue auf dich!

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