Toxoplasmose in der Schwangerschaft

3 Fragen und wie du eine Infektion vermeiden kannst

11.Jul 2017
Deutsch

Toxoplasmose in der Schwangerschaft: Hierbei handelt es sich um eine durch Parasiten ausgelöste Infektionserkrankung. Übertragen werden diese Parasiten durch Wirbeltiere, in den meisten Fällen durch Katzen. Wenn du schwanger bist und eine Katze hast, sollte deshalb zur Sicherheit ein Toxoplasmose-Screening durchgeführt werden. Denn eine Infektion kann das Ungeborene beeinträchtigen. Wir beantworten einige grundlegende Fragen zum Thema, damit du weißt, worauf du achten solltest.

 

Toxoplasmose in der SchwangerschaftFotos: Shutterstock

 

Durch welchen Erreger entsteht Toxoplasmose in der Schwangerschaft?

Der Erreger ist ein einzelliger Parasit der Gattung Toxoplasma und wurde aufgrund seiner halbmondartigen Form Toxoplasma Gondii benannt. Er ist mikroskopisch klein und wandert durch den Körper des Wirtes. Denn wie jeder andere Parasit benötigt er einen Nährboden, um seine volle Entwicklung zu durchlaufen. Über das Blut gelangt er in die Muskulatur, das Gehirn und die Netzhaut des Auges beim Endwirt, zum Beispiel der Katze. Ausgeschieden werden infektionsfähige Gewebszysten oder Oozysten, über die in dieser Lebensphase des Parasiten auch der Menschen als Zwischenwirt befallen werden kann. Bei einem gesunden Menschen mit einem gut ausgebildeten Immunsystem, verläuft eine Infektion aber meist ohne Symptome.

Was verursacht eine Infektion mit Toxoplasmose?

Du kannst dich infizieren, wenn du zum Beispiel rohes Fleisch von einem erkrankten Tier zu dir nimmst. Etwa durch Beef Tartar. Fleischspeisen sollten deshalb über mehrere Minuten lang auf über 70°C erhitzt werden. Tieffrieren von Fleisch über mehrere Tage tötet ebenfalls die Gewebszysten ab. Auf Küchenhygiene solltest du generell während der Schwangerschaft achten, denn auch von ungewaschenem Obst und Gemüse, können Toxoplasmen und andere Erreger übertragen werden. Am häufigsten findet eine Infektion aber statt, wenn du mit dem Kot einer befallenen Katze in Berührung kommst. Deshalb solltest du, wenn du schwanger bist, den Kontakt zu Katzenkot aber auch zu infizierter Gartenerde meiden. Du kannst aber zu deinem Schutz Einweghandschuhe über die Hände streifen.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Wie wirkt sich die Infektion auf das ungeborene Baby aus?

Ungeborene Babys können im Mutterleib erkranken, wenn es während der Schwangerschaft zu einer Erstansteckung mit Toxoplasmen kommt. Es kann aber durchaus sein, dass du als Schwangere keine auffälligen Symptome bei einer Erstinfektion feststellst. Denn Abgeschlagenheit, grippeartige Symptome, Muskel- oder Kopfschmerzen zählen zu den gängigen Schwangerschaftsbeschwerden. Ein Toxoplasmose-Screening zu Beginn der Schwangerschaft, kann deshalb Aufschluss über eine mögliche Erkrankung geben. Dabei handelt es sich um einen Bluttest, der eine Konzentration der Antikörper gegen den Erreger festmacht. Zu einer Infektion des Babys kommt es, wenn der Parasit die Plazentaschranke überwindet. Das kann im ersten Schwangerschaftsdrittel dazu führen, dass es beim Baby zu Fehlbildungen kommt. Bei einer Infektion im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester zeigen sich nach der Geburt meist zwar keine Beeinträchtigungen, es können aber Spätschäden auftreten. Dazu zählen vor allem Gehirn- und Augenschäden. Deshalb empfehlen wir ein laufendes Monitoring durch Fachärzte.Kommt es zur Erstinfektion während der Schwangerschaft, wird die werdende Mutter mit Antibiotika und Antiparasitika behandelt.

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