Und dann verändert sich alles…

Blog Gastartikel: Stadt Land Mama

13.März 2018
Deutsch

Wenn man zum ersten Mal schwanger ist, hat man wirklich keine Ahnung, wie sehr das Baby das Gefühlsleben verändert und auf den Kopf stellt, findet Katharina von Stadt Land Mama.

Und dann verändert sich alles…

Foto: Shutterstock

„Ich werde niemals so eine Mutter, die alle zwei Minuten auf ihr Handy starrt, um zu gucken, ob der Babysitter geschrieben hat“, versuchte ich meine Freundinnen zu beruhigen. Ich hatte ihnen gerade erzählt, dass ich schwanger bin und obwohl sich alle freuten, sah ich doch die Angst in ihren Augen, Mädchenabende könnten von nun an der Vergangenheit angehören. „Ehrlich, Mädels, es wird sich nichts ändern. Ich bleibe ich - auch mit Baby!“ 

Ja, ich war wirklich der Meinung, dass sich nichts ändern wird. Dass ich das Baby so nebenbei schaukeln würde, dass ich nicht bei jedem „Dada“ vor Verzückung jubeln würde und ganz wichtig - ich würde nie am Po meines Babys riechen.

Tja, was soll ich sagen. Das Baby kam und alles änderte sich. Ich schaukelte so gar nichts nebenbei, ich heulte Sturzbäche an Rührungstränchen und natürlich machte ich den Riechtest. 

Und obwohl ich längst gemerkt hatte, dass ich nicht mehr die Alte bin, wollte ich zunächst meinen Freunden beweisen, dass ich jederzeit noch ausgehbereit bin. Also organisierte ich ein paar Wochen nach der Geburt ganz selbstbewusst einen Tisch beim Italiener, den ich zwei Tage vorher absagte. Ich bekam nämlich Halsschmerzen - und war noch nie so dankbar darüber. Lieber krank als ein paar Stunden ohne mein Baby, dachte ich. 

Auf meine Freundinnen war aber Verlass - sie schlugen bald einen neuen Termin vor. Und so sehr ich auch auf eine Magen-Darm-Grippe, oder zumindest Kopfschmerzen, hoffte - ich blieb gesund. Auch mein Mann fand, ich könne mal wieder einen Abend auswärts vertragen und versprach, mir regelmäßig Updates aus dem Kinderzimmer aufs Handy zu schicken. 

Also wagte ich es - ich zog die Bluse mit den Milchflecken aus, kramte die hohen Schuhe aus dem Schrank und stöckelte ins Restaurant. Noch bevor ich die Speisekarte auf dem Tisch hatte, lugte ich heimlich aufs Handy. Als der Kellner die Bestellung aufgenommen hatte, verschwand ich auf dem Klo und rief zu Hause an. Hach, ich hatte Sehnsucht. Ob die beiden das ohne mich schaffen würden?

Als ich zurück zu meinen Freundinnen kam, sagte eine: „Du musst doch nicht dafür aufs Klo gehen. Leg Dein Handy auf den Tisch, vielleicht entspannt dich das etwas.“ 

Und das tat es. Es gab mir ein Gefühl von Sicherheit, sofort sehen zu können, falls mein Mann anruft. Und es stärkte mich, dass meine Freundinnen Verständnis hatten. Sicherlich haben sie innerlich geschmunzelt, aber sie ließen es mich nicht spüren. Es wurde ein schöner Abend, aber ich kann mich erinnern, dass ich die letzten Meter nach Hause gerannt bin, weil ich meine kleine Familie so vermisste. 

Heute, nach über sieben Jahren Mutterschaft, ist das anders. Ich kann ausgehen, ohne dass ich Sorge habe, zu Hause könnte es nicht klappen. Ich muss auch mein Handy nicht mehr auf den Tisch legen. Was geblieben ist? Das schöne Gefühl, wenn ich nach einem lustigen Abend mit meinen Freunden die Tür aufschließe und weiß: ich bin zu Hause.

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