Unter Kindern

Blog-Gastartikel: Von Guten Eltern

26.Aug 2016
Deutsch

Gastautorin und Hebamme Anja von Von Guten Eltern teilt heute ihre Gedanken zu einem  ganz besonderen Thema mit uns: Freundschaften unter Kindern und Geschwisterchen.

Unter Kindern

Foto: Shutterstock 

Ich beobachte die Kinder, wie sie bei unseren Freunden durch den Garten toben und Agenten spielen. Böse Verbrecher haben Öldosen in den Pool geworfen, der das Meer ist. Die Agenten sind zwischen drei und elf Jahren alt und trotzdem hat jeder seine Rolle in diesem Spiel. Während die kleineren Kinder fast ein wenig ehrfürchtig den Größeren zuhören, versuchen diese immer wieder, einzelne Aufgaben so anzupassen, dass auch die Jüngsten zur „erfolgreichen Verbrecherjagd“ beitragen. Später wird dann noch „Gewitter auf dem Pferdehof“ gespielt und auf eine recht harmonische Art und Weise retten die an ganz verschiedenen Punkten im Leben stehenden Kinder gemeinsam die vom Sturm bedrohten Ponys. Es ist ein schönes Bild zu sehen, dass hier viele Kinder gemeinsam spielen - und dabei in kurzer Zeit sehr unterschiedliche Welten erkunden.

An manchen Tagen habe ich das Gefühl, hier bei uns keinem Kind in der Familie gerecht zu werden. Es fühlt sich dann so an, als ob jeder mit seinen kleinen oder großen Bedürfnissen zurückstecken muss, eben weil Geschwister da sind, die gerade dies oder jenes dringend brauchen. Aber das ist wohl eine sehr eingeschränkte Sichtwiese - und sie stimmt nicht. Denn Kinder spielen und lernen am besten mit und von anderen Kindern - und nicht durch ihre Eltern. Und so gerne unsere älteste Tochter mit ihren gleichaltrigen Freundinnen zusammen unterwegs ist, genauso viel Spaß kann sie dennoch mit unserem drei Jahre jüngeren Patenkind oder dem noch viel kleineren Bruder haben. Und immer wieder kommt ein Baby im Freundeskreis dazu, was dann noch mal eine ganz besondere Rolle in den Spielen der Kinder spielt. Alle werden dann ganz automatisch ein bisschen ruhiger und achtsamer, wenn ein Baby auf dem Teppich liegt, der gerade noch die Eisscholle in der tosenden Beringsee war. Das ist sogar bei Kleinkindern zu beobachten.

Kinder bringen in jeder Lebensphase ihre Herausforderungen an uns als Eltern mit. Und genau das macht das Leben mit Kindern so schön und abwechslungsreich. Es gibt wirklich niemals Stillstand. Die Kinder entwickeln sich jeden Tag weiter. Und wir als Eltern tun das auch. Zwischen den „Sorgen“ eines Dreijährigen und denen eines Kindes, das fast schon ein Jugendlicher ist, liegen gefühlt Welten. Und dann doch auch irgendwie wieder nicht. Die Kinder brauchen uns als Eltern in jedem Lebensalter. Sie brauchen familiäre Geborgenheit, unsere bedingungslose Liebe und das Gesehen werden. Und wenn sie das bekommen, kann man schon ziemlich bald sehen, wie sie es weitergeben: an das gerade geborene Geschwisterkind oder auch an dreijährige kleine Agenten.

Sende diese Seite an einen Freund