Untröstlich weinende Babys begleiten

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

12.Apr 2019
Deutsch

Gastbloggerin Anja vom Blog Von Guten Eltern schreibt über ihre Erfahrungen mit untröstlich weinende Babys und die damit verbundenen Herausforderungen ihrer Eltern.

Untröstlich weinende Babys begleiten

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zum ersten Mal mein untröstlich weinendes Baby im Arm hielt und nicht wusste, was ich tun sollte. In den ersten Wochen nach ihrer Geburt ließ sie sich immer durch Stillen, Tragen oder auf dem Arm schaukeln beruhigen. Zu wissen, wie man seinem weinenden Kind helfen kann, fühlt sich gut an. Als Eltern fühlen wir uns kompetent, wenn wir die Signale des Babys richtig deuten und entsprechend beantworten können. Denn wenn sich das Baby beruhigt, wird man auch selbst ruhiger. Es fühlt sich gut an. Umso schwieriger ist es aber, wenn das Kind trotz aller Bemühungen weiterhin weint.

Das Schreien eines Babys versetzt uns als Eltern in Alarmbereitschaft. Der Herzschlag beschleunigt sich und die Atmung wird flacher. Wir spüren den Kummer des Kindes selbst auf körperlicher Ebene. Deshalb handeln wir auch, um das Baby und damit auch uns wieder in einen entspannten Zustand zu versetzen.
 

Weniger ist oft mehr

Eltern überprüfen zunächst meist, ob das Baby Hunger hat oder sich unwohl fühlt, weil es nass oder ihm zu warm oder kalt ist. Vielleicht beruhigt es sich auch schon durch das auf den Arm nehmen, weil es mit dem Weinen einfach nur sein Bedürfnis nach Nähe ausgedrückt hat. Vielleicht ist das Baby auch frustriert, weil ihm bestimmte Entwicklungsschritte noch nicht gelingen. Dabei hat es sich doch so bemüht, an das Spielzeug dort vor ihm heranzukommen. Vielleicht hat es sich aber auch gestoßen und braucht elterliche Hilfe, um mit dem unangenehmen Gefühl von Schmerz umgehen zu können.

Eine gut erkennbare Ursache für das Weinen macht die Lösungssuche leicht. Natürlich müssen bei weinenden Babys auch mögliche körperliche Ursachen ausgeschlossen werden. Doch einige Babys weinen nun mal auch aus nicht unmittelbar nachvollziehbaren Gründen. Die Eltern versuchen aus der Hilflosigkeit heraus viele verschiedene Beruhigungsstrategien. Aber egal, ob Fliegergriffe oder Wippen mit dem Kind im Arm auf dem Pezziball, manchmal scheint nichts zu helfen. Viele Kinder werden sogar noch unruhiger dadurch.

Tatsächlich bedeuten zu viele verschiedene Beruhigungsangebote für manche Kinder eine zusätzliche Reizüberflutung. Manchmal geht es nämlich gar nicht darum, das Weinen „abzustellen“, sondern als Eltern sein Kind dabei zu begleiten. Viel weinende Babys „erzählen“ oft mit dem Weinen ihre Geschichte und bauen letztlich darüber auch überschüssige Spannung im Körper ab. Gerade wenn der Start ins Leben für Mutter und Kind nicht einfach war, lässt sich das häufiger beobachten.

Sende diese Seite an einen Freund