Vater sein: „Papa kann das“

Blog Gastartikel: Mini and Me

03.Aug 2017
Deutsch

Was tue ich da überhaupt? Gastbloggerin Jeannine von Mini and Me beschreibt anfängliche Unsicherheiten im Umgang mit einem Säugling, die Wichtigkeit, jetzt Verantwortung an den Partner Verantwortung abzugeben und warum sie sich den Satz „Papa kann das“ quasi einbläuen musste.  Äußerst lesenswert -  für alle Mamis und Papis (in spe)! 

Vater sein: „Papa kann das“

Foto: Mini and Me

Ich erinnere mich noch ganz genau: Als meine Tochter geboren wurde, hatte ich nicht wirklich Ahnung davon, was ich da tat. Irgendwie funktionierte alles – vom Wickeln übers Anziehen bis hin zum Halten – intuitiv. Und es klappte ganz gut. Babys Po war manchmal gerötet, die Haut an einigen Stellen trocken, die Windel nicht immer dicht. Dinge, die vermutlich viele Babyeltern kennen. Aber irgendwie hatte ich einen Plan – dachte ich zumindest. Es fiel mir irrsinnig schwer, Papa zum Beispiel auch mal wickeln oder waschen zu lassen. Auch wenn er das mindestens genauso gut tat wie ich: Oft stand ich direkt neben ihm und verbesserte ihn. Dass das nicht unbedingt förderlich für die Paarbeziehung ist, muss ich wahrscheinlich nicht erwähnen. Und dass er bald an eben diesen Dingen weniger Freude hatte, auch nicht.

Andererseits störte es mich, wenn Papa Dinge anders handhabte, als ich. Heute kann ich mir das gar nicht mehr vorstellen, da es selbstverständlich gut und wichtig ist, dass jeder macht, wie er oder sie meint. Damals dachte ich, mein Weg wäre der einzig richtige. Beim Baden zum Beispiel. Dass Papa seine eigene tolle Routine entwickeln könnte, erschien mir in der Situation unmöglich. 

In dieser Zeit las ich viele Kommentare von anderen jungen Mamas in diversen Gruppen und Foren. Ich unterhielt mich mit Freundinnen, und irgendwie fügte sich alles zusammen: Es war bei vielen jungen Eltern wie bei uns. Da meint die junge Mama aus irgendeinem unerfindlichen Grund, niemand würde es so gut machen wie sie. Oftmals lässt sie dann Papa gar nichts machen – oder nur sehr selten. Oder korrigiert permanent, oder oder oder. Neben all den Unsicherheiten, die das neue Leben mit Kind bringt, war das eines der Dinge, die sich am meisten auf die Beziehung zwischen mir und meinem Partner schlugen. Ich bin sehr froh, dass wir es in den Griff bekommen haben. Er mit viel Nachsicht, ich mit bewusstem Zurücknehmen und indem ich ihn einfach machen ließ. Ich musste auch einsehen, dass sein Weg manchmal der praktischere, sinnvollere war. Und, dass er seinen „Job“ richtig gut machte.

Die Zeit, in der diese Geschichte uns belastet hat, liegt hinter uns. Manchmal passiert es mir immer noch, dass ich mich bemüßigt fühle, meinen Senf zu einer Sache zu geben, die mich nichts angeht. Aber es hat sich gebessert. Mein Appell also: Papa machen lassen, auch wenn’s schwerfällt. Der kann das. Richtig gut!

Sende diese Seite an einen Freund