Verhilft Abstillen zu besserem Babyschlaf? Öhm, Jein.

Blog Gastartikel: Lächeln und Winken

06.Feb 2018
Deutsch

Beide Kinder von Gastbloggerin Anke von LÄCHELN UND WINKEN sind Schlechtschläfer. Doch während sie beim ersten Kind noch so ziemlich jeden Tipp beherzigte, lässt sie beim zweiten bewusst die Finger von einigen. Z. B. von dem, der besagt, dass Abstillen hilft. 

Verhilft Abstillen zu besserem Babyschlaf? Öhm, Jein.

Foto: MAM

„Ehrlich, Anke, wenn du willst, dass dein Töchterchen endlich durchschläft, dann musst du sie abstillen und ihr abends eine schön fette Flasche aus Folgemilch machen!“ So oder ähnlich formuliert wurde mir der absolute Durchschlaf-Pro-Tipp im Prinzip beinahe täglich von anderen Mamis serviert, sobald ich es wagte, in der Öffentlichkeit zu gähnen. Und ich muss zugeben: Ich fühlte mich damals ­– nach fast einem Jahr Stillzeit und ständigen Schlafunterbrechungen – echt geschlaucht und hatte deshalb bereits begonnen, die Kleine auf die Flasche umzustellen. Es dauerte allerdings deutlich länger als erwartet, da sie alle Sauger und Folgemilch-Produkte ablehnte.
 

Abstillen: Check! Durchschlafen: ?

Solange ich noch stillte, wurde die Mausemaus durchschnittlich alle 2 – 3 Stunden wach. Ausnahmslos alle Mütter, die mir zur Umstellung auf die Flasche geraten hatten, versprachen mir, dass nach dem Abstillen neue Zeiten anbrechen würden. Tja ... Fehlanzeige! Keine Ahnung, ob ich totales Pech hatte oder alle anderen enormes Glück – Fakt ist nur, es funktionierte nicht. Die Mausemaus wurde immer noch wach. Nur, dass ich sie nun nicht mehr easy anlegen konnte, jetzt musste ich eine Flasche zubereiten. Mehrfach pro Nacht! Ich fand es null witzig.

Im Endeffekt zog sich die Flaschen-Nummer – zumindest einmal pro Nacht „ausgeschenkt“ – hin bis die Mausemaus drei Jahre alt war. Natürlich hätte ich den Snack verweigern können. Aber ich hatte nicht die Kraft, denn mein Kind wurde schließlich nicht nur oft wach, sie blieb es dann auch – für bis zu drei Stunden. Das einzige Beruhigungsmittel zu streichen, wagte ich einfach nicht.
 

Diesmal heißt es: durchziehen!

Beim zweiten Kind hoffte ich auf mehr Glück in Sachen Baby-Schlafverhalten. Hatte ich aber nicht ;). Der Krümel wird auch mit fast anderthalb Jahren noch alle 1-2 Stunden wach, verzichtet aber wenigstens darauf, dann wachzubleiben. Der Haupt-Unterschied zu damals ist allerdings ein anderer: Ich komme besser mit der Situation klar, weil ich sie einfach als gegeben, aber absehbar akzeptiere. Und ich lasse mich nicht mehr belabern. Es mag ja sein, dass viele Kinder besser schlafen, wenn sie abends eine dicke Milch und/oder Abendbrei bekommen. Meine Kinder lässt diese Taktik kalt. Dass es ihnen dabei um die Nahrung an sich geht, bezweifle ich mittlerweile. Ich tippe auf die Extra-Dosis Mama-Nähe, die sie bzw. den Krümel antreibt. Ergo: Ich lasse die Finger vom Abstillen, weil ich die Alternative als unangenehmer empfinde. Ist aber natürlich eine rein subjektive Entscheidung. Hach, schön, dass man beim zweiten Kind so viel relaxter und selbstbestimmter ist!

Sende diese Seite an einen Freund