Verhütung nach der Geburt

5 Fragen, 5 Antworten

13.Feb 2017
Deutsch

Du bist gerade ganz frisch Mama geworden und freust dich über jede Sekunde, in der du zwischen all dem Windelwechseln und Stillen mal kurz zur Ruhe kommst? Ein weiteres Baby ist zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich das letzte, was du im Sinne hast. Zumindest für die nächsten paar Monate. Empfängnisverhütung während der Stillzeit, beziehungsweise Verhütung nach der Geburt sind Themen, die immer wieder viele Fragen aufwerfen. Es kursieren viele Mythen darüber, welche Methoden geeignet sind und welche nicht. Wir klären auf.  

Verhütung nach der Geburt

Foto: Shutterstock 

Ab wann wieder verhüten?

Im Normalfall kommt es frühestens 4-6 Wochen nach der Geburt zum ersten Eisprung. Je nachdem, ob und wie intensiv du stillst, kann es aber auch deutlich später sein. Es ist durchaus möglich, dass die Periode komplett ausbleibt, bis du mit Stillen aufhörst. Zirka 2 Wochen nach dem Eisprung setzt dann wie üblich deine erste Periode ein. Das heißt also, dass du unter Umständen empfängnisbereit bist, ohne es gleich zu wissen. Deshalb ist es besser, zu verhüten. Sicher ist sicher!

Stillen als sichere Verhütungsmethode?

Das beim Stillen gebildete Hormon Prolaktin begünstigt einerseits die Milchproduktion, hemmt andererseits aber auch die Aktivität der Eierstöcke und somit die Zyklusbildung. Daher kann das Stillen tatsächlich einen hohen Empfängnisschutz bieten. Allerdings nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen: Du darfst nach der Geburt deine Monatsblutung noch nicht bekommen haben und dein Baby darf nicht älter als 6 Monate sein. Außerdem musst du voll stillen (innerhalb von 24 Stunden mindesten sechsmal, insgesamt also mindestens 80 Minuten täglich) und darfst nicht zufüttern. Auch zu lange Stillpausen (etwa in der Nacht) spielen hier eine Rolle. Die Methode des regelmäßigen Stillens zur Empfängnisverhütung wird LAM (Lactational Aamenorrhea Method) genannt. Sie gilt zwar als zu 98 % sicher, wird allerdings auch nur eine einzige der beschriebenen Voraussetzungen nicht erfüllt, ist in jedem Fall eine zweite Verhütungsmethode erforderlich, um eine Schwangerschaft ausschließen zu können.

Welche Verhütungsmittel kann ich nach der Geburt (beziehungsweise während der Stillzeit) verwenden?

Prinzipiell geeignet sind: Kondome, Diaphragma, Kupferspirale, Implantat, Minipille oder östrogenfreie Pille. Bei der Frage, welche der genannten Methoden für dich die Richtige ist, solltest du dich in jedem Fall von deinem Frauenarzt beraten lassen!

Welche Verhütungsmittel kann ich nach der Geburt (beziehungsweise während der Stillzeit) nicht verwenden?  

Alle Verhüttungsmittel, die Östrogene enthalten kommen nicht in Frage. Östrogene nämlich können die Bildung sowie Qualität der Milch negativ beeinflussen. Bei vielen Hormonpräparaten besteht außerdem die Gefahr, dass dein Baby über die Muttermilch zu viele Hormone aufnimmt.

Wie rasch nach der Geburt ist die Familienplanung auf natürlichem Weg überhaupt wieder möglich?

Prinzipiell sobald du das erste Mal nach der Geburt deine Monatsblutung hattest. Allerdings empfehlen wir dir, deinen Körper und deinen Zyklus erst einmal einige Monate lang zu beobachten, bis sich alles wieder eingependelt hat. Wenn du dich wieder rundum wohl in deinem Körper fühlst, kann es mit der Familienplanung weitergehen. 

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