Verschlucken beim Baby

Wenn etwas in den „falschen Hals“ kommt

31.Jul 2019
Deutsch

Manche Babys kommen mit dem Wechsel von der Brustfütterung auf das Fläschchen oder auf feste Nahrung nicht sofort klar. Die Natur hat aber glücklicherweise mehrere schützende Funktionen eingerichtet. Zum Beispiel soll der natürliche Würgereflex verhindern, dass sich die Kleinen verschlucken und sich dadurch in Gefahr bringen.

Baby beim Essen

Muttermilch in der Lunge

Kommt tatsächlich etwas Muttermilch in die Lunge, sollte das Baby keinen Schaden dadurch nehmen, da die Milch keine reizenden Inhaltstoffe enthält. Es ist alles in Ordnung solange das Kleine atmet und selbstständig abhusten kann. Natürlich kommt es vor, dass das Baby vor Schreck weint und deshalb hochrot anläuft. In den meisten Fällen folgt jedoch ein „Bäuerchen“ und die Situation ist wieder vollkommen entspannt. Sollte Schluckauf entstehen, kannst du den einen oder anderen unserer bewährten Tricks anwenden.
 

Zufütterung braucht viel Geduld

Irgendwann reicht die Muttermilch nicht mehr – der Energie – und Nährstoffbedarf deines Babys steigen und einige Vitamine und Co. werden in größeren Mengen gebraucht. Die neue Nahrung ist ein wichtiges Thema und kann für manche Babys und Eltern auch zu einer Herausforderung werden.  Denn sobald die zusätzliche Essensaufnahme beginnt, sabbert und spuckt so mancher kleiner Racker recht ausgiebig in alle Himmelsrichtungen. War das Trinken zuvor häufig hastig, kann sich nun das gierige Verhalten auf die neuen Essgewohnheiten auswirken. Dafür brauchst du dann wirklich eine Engelsgeduld, um Ruhe in die Mahlzeiten hineinzubringen. Vor allem dann, wenn auch noch ältere Geschwisterkinder da sind, die das Baby zusätzlich mit allerlei Schabernack ablenken. 
 

Wie zufüttern?

Nicht bei allen Babys funktioniert das Zufüttern auf Anhieb. Bei einem saugschwachen Baby kann man seine Lippen mit dem Finger stimulieren, um es zum Trinken zu motivieren. Auch die Becherfütterung kann eine gute Methode für Babys mit Problemen bei der Zufütterung darstellen. Ein Tipp, der sich ebenfalls sehr bewährt hat, ist, deinen Kleinen mit einer Pipette zu füttern, denn dieser ist, den in Krankenhäusern erhältlichen „Fingerfeedern“, sehr ähnlich. Vielleicht hilft bei deinem Mini-Du auch einfach ein kleiner Teelöffel. Probieren ist angesagt!
 

Baby Led Weaning

Sobald mit fester Nahrung zugefüttert wird, erhöht sich natürlich auch das Risiko des Verschluckens. Aber manche Babys mögen Brei einfach nicht und wollen lieber wie die Großen essen. Bei der Zufütterungsmethode Baby Led Weaning (BLW) ist dann viel Ausdauer und Gelassenheit bei den Eltern notwendig.
 

Hier einige Richtlinien, um das Verschlucken zu vermeiden:

  • Keine kleinen, harten Speisen wie Nüsse anbieten. Dasselbe gilt für krümelige, trockene Gerichte oder Knabbereien.

  • Die Baby Led Weaning Speisen sollten im Mund rasch zu Brei vermengen. Ideal sind weiche Obststücke von zum Beispiel einer Banane oder Melone. Aber auch eine Gurke ohne Schale sollte keine Probleme darstellen.

  • Wenn es Gemüse für das Baby geben soll, dann dünstet man bestenfalls Karotten, Brokkoli oder Kohlrabi soweit, dass es gerade noch in die Hand genommen werden kann und nicht zu matschig ist.

  • Das Baby sollte nur unter Aufsicht feste Lebensmittel zu sich nehmen und dabei aufrecht sitzen. Füttere es außerdem niemals in liegender oder habliegender Position! 

  • Erste Hilfe sollte im Notfall beim Verschlucken unmittelbar gerufen werden!

Du fragst dich, ob du einen erste Hilfe Kurs belegen solltest, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein? Jürgen Grassl vom Samariterbund Wien erzählt, worauf es bei erster Hilfe wirklich ankommt, wenn sich dein kleiner Schatz verschluckt.
 

Foto: Shutterstock 

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