Wahrnehmung des Babys - Teil 5

Entwicklung der Sinne: Schmecken

01.Feb 2017
Deutsch

Bereits ab der 9. SSW bilden sich Mund, Zunge und Geschmacksknospen. All das, was du als zukünftige Mama isst und trinkst, gelangt über das Fruchtwasser zu deinem ungeborenen Baby. Es schluckt das Fruchtwasser und atmet es auch ein. Auf diese Art trainiert dein Kind schon vor der Geburt seine Lunge und das Verdauungssystem. Und lernt bereits jetzt die Welt der Aromen kennen. Und kann so die gesamte Palette der Geschmacksrichtungen unterscheiden. Von süß über bitter bis scharf.

 

Fotos: Shutterstock

 

Ich schmecke, also bin ich

Wenn man Babys genauer beobachtet, entsteht rasch der Eindruck, dass sie sich gewissermaßen darüber definieren, was sie ablecken und somit schmecken. Von Geburt an sind die Geschmacksnerven äußerst sensibel. Sie befinden sich im Mund-Rachenraum, auf der Zunge und auf den Mandeln.Das Spektrum der geschmacklichen Wahrnehmung ist bei Babys tatsächlich breiter als bei Erwachsenen. Süß ist anfangs aber ganz klar die Geschmacksrichtung der Wahl. Deshalb bevorzugen Babys grundsätzlich die süßliche Muttermilch. Sie schmeckt und riecht außerdem nach Mama! Somit ist neben anderen Sinneswahrnehmungen auch das Schmecken ein natürliches Werkzeug der Mutter-Kind Bindung. 

Die Sinne Schmecken und Tasten sind für das Baby untrennbare Mittel der Wahrnehmung. Ab dem 3. Lebensmonat ist der Tastsinn der Zunge bereits sehr gut ausgeprägt. Das Baby erkundet so die Form und den Geschmack der Gegenstände, die es umgeben. Auch die Hände von Mama und Papa werden immer wieder „gekostet“. Ab dem 5. Lebensmonat reagiert dein Kleines auf Geschmacksrichtungen wie salzig und bitter. Bald darauf, etwa ab dem 7. Monat, möchte es seine Leckereien selbst halten und zum Mund führen. Gesundes, mundgerecht geschnittenes Finger Food bietet sich ab jetzt definitiv als Beikost an. Manches Obst- und Gemüse wirst du öfter anbieten müssen, bis es zum Knabberliebling wird. Die meisten Babys sind talentierte Skeptiker und brauchen mehrere Anläufe.

Viele Geschmacksrichtungen werden über die Muttermilch transportiert. Deshalb ist das Stillen ein wichtiger Faktor für das spätere Anerkennen der verschiedenen Aromen. Gemüsesorten wie die Süßkartoffel oder Möhren sind zum Beispiel im Geschmack süß und werden deshalb gerne schon bei Beikosteinführung vom Baby akzeptiert. Aber selbst wenn dein Kleines einen beachtlichen Teil seiner Mahlzeiten immer wieder ausspuckt, lass ihm Zeit. Es muss sich an die eben wahrgenommene Konsistenz und das neu entdeckte Aroma der Nahrung erst gewöhnen. Gesüßte und gesalzene Lebensmittel solltest du vorerst gar nicht anbieten, denn das kann möglicher Weise den Zähnchen und Nieren schaden!

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