Warum die erste Schwangerschaft einfach magisch ist

Blog Gastartikel: Stadt Land Mama

15.Jan 2019
Deutsch

Wenn man das erste Mal schwanger ist, steht die Welt erstmal still. Bei den folgenden Schwangerschaften klappt das nicht jedoch nicht mehr so gut. Gastbloggerin Katharina vom Blog Stadt Land Mama über die Unterschiede ihrer ersten, zweiten und dritten Schwangerschaft.
 

Warum die erste Schwangerschaft einfach magisch ist
Foto: Shutterstock

Als ich den ersten positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt war es als würde der Himmel voller Geigen hängen. Mein Mann und ich konnten unser Glück nicht fassen. Aus uns zwei sollte nun also eine Familie werden. Die nächsten neun Monate verbrachte ich viel Zeit damit, meinen wachsenden Bauch zu streicheln, eine Schwangerschafts-App sagte mir täglich, wie sich unser Kind gerade entwickelte. Ich legte mich mittags hin, wenn ich müde war, hielt mich strikt an einen Ernährungsplan und ging zum Yoga. Hätte mich jemand nachts um zwei geweckt und gefragt, wie weit ich denn sei, hätte ich wie aus der Pistole geschossen geantwortet: Ich bin 29 plus 2. Und beim CTG lauschte ich aufmerksam den Herztönen und bekam mich vor Entzückung gar nicht mehr ein. Kurz: ich war von Kopf bis Fuß auf die Schwangerschaft eingestellt und beschäftigte mich sehr ausgiebig mit dem kleinen Wesen in mir. 

Alle Mütter, die zwei oder mehr Kinder haben, wissen: Das ist nur in der ersten Schwangerschaft so. Nicht, dass die darauffolgenden Schwangerschaften weniger freudige Ereignisse wären, man zelebriert sie nur nicht mehr so sehr. 

Mein Mann reagierte auf das Foto, das den dritten positiven Test zeigte und das ich ihm per Whatsapp geschickt hatte, mit „Krass. Echt?“ Den Preis für den romantischten Gatten gewann der damit nicht. 

Ich hatte keinen blassen Schimmer mehr, in welcher Woche ich war, sondern gab als Antwort nur noch: „Das Baby kommt im November!“. Beim CTG schlief ich regelmäßig ein, denn es waren die einzigen ruhigen Minuten in denen nicht ein Geschwisterchen an mir zerrte.

Ich streichelte natürlich auch meinen Bauch - aber meist entschuldigte ich mich währenddessen bei meinem Baby, weil ich fürchtete, es käme zu kurz. 

Ich war froh, wenn ich einmal am Tag etwas Warmes aß. Meistens Fischstäbchen oder Milchreis, denn von ausgewogener Ernährung war ich teilweise weit entfernt. 

Das mag sich jetzt etwas traurig anhören - ist es aber nicht. Denn auch die zweiten und dritten Schwangerschaften haben ihren Zauber. Wir Mütter sind dann meist nämlich schon viel mehr bei uns selbst. Wir haben gelernt, auf unsere Intuition zu hören, wissen, was man wirklich braucht und was nicht. Wir haben bereits einmal erlebt, zu welchem Wunder unser Körper fähig ist und sind ihm dafür unendlich dankbar.

Nur, weil man eine Schwangerschaft weniger zelebriert, heißt es ja nicht, dass man sich weniger darüber freut. Sie ist nur anders - so wie eben auch jedes Kind anders ist. Das Wichtigste ist, dass man auf sich vertraut, guter Hoffnung ist und dem Kind ab und zu zuflüstert, wie sehr man sich auf es freut.

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