Warum die Zeitrechnung mit Baby eine andere ist

Blog Gastartikel: Micky von Salonpapa

27.Jan 2020
Deutsch

Die Zeitrechnung mit Kindern ist eine andere, wissen alle Mamas und Papa. Eine Phase folgt der nächsten und ein Moment wird vom nächsten übertrumpft. Gastblogger Micky von Salonpapa resümiert über das erste Jahr mit seiner Tochter und nimmt Abschied von Baby Rosa, um das Kleinkind Rosa zu begrüßen.
 

Papa mit Baby im ArmFoto: Salonpapa

Vor einem Jahr hat Rosa unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Sie hat uns Tränen der Freude gebracht, Tränen des Mitgefühls, ganz viel Lachen, das Gefühl der größten Liebe, kleine Sorgen, großen Sorgen, schlaflose Nächte, Babyessen-verschmierte Pullover, noch mehr Babyessen-verschmierten Fußboden und Momente des Innehaltens. So ist ein vollbepackter Moment dem Nächsten gefolgt.

Im Krankenhaus war Rosa so ein kleines rundes weiches warmes Bündel, sodass wir sie nur ganz behutsam wie in Watte gepackt angegriffen haben und auch gar nicht wollten, dass jemand anderer sie berührt. Ihr kleiner Kopf und der noch kleinere Körper war kleiner als mein Unterarm. Friedlich ist sie in ihrem Babybettchen gelegen und wir sind nachts vor dem Bett gestanden und haben uns vor Glück an den Händen gefasst und fest zugedrückt.

Im nächsten Moment konnte Rosa sich umdrehen. Das war auch der Moment als die Wickelkommode zweckentfremdet wurde und Rosa auf dem Boden gewickelt wurde. Dann hat sie sich aufgestützt. Und der Moment ist verflogen.

Ich kann mich kaum noch erinnern, wann Rosa uns das erste Mal intensiv und echt angeschaut hat. Ihr wacher interessierter Blick gehört mittlerweile zum Alltag und ist selbstverständlich.

Rosa war das erste Mal schwimmen, das erste Mal in den Bergen, das erste Mal im Laufkinderwagen. Ich könnte alleine 10 Seiten füllen mit Dingen, die sie im letzten Jahr zum ersten Mal gemacht.

Plötzlich konnte sie robben, dann krabbeln und dann hat sie begonnen Bücherregale auszuräumen und Laden aufzumachen.

Sie hat von Muttermilch auf Aptamil gewechselt und ich konnte ihr jeden Abend ihr Fläschchen geben. Dann haben wir es mit Beikost versucht. Ich erinnere mich an die ersten Versuche, als Rosa noch nicht wusste was sie mit dem Brei machen soll und wie wir ihr das erste Mal Brei auf einem Löffel gegeben haben.
Heute bekommt sie alles Mögliche und am Liebsten das gleiche Essen wie wir.

Irgendwann vor ein paar Monaten ist mir der Pinzettengriff aufgefallen. Sie hat mit ihren kleinen süßen Fingern jedes noch so kleine Flunki aufgehoben. Dann kam das Wort „da“ und die passende Handbewegung, bei der sie auf alles gezeigt und „da“ gerufen hat.

Vor ein paar Monaten konnten wir Rosa nicht finden. Sie hatte gerade begonnen zu krabbeln. Wir haben sie gefunden: auf halbem Weg die Treppe hinauf. Ab dem Zeitpunkt wussten wir, dass sie auch Treppen hochkrabbeln kann.

Heute geht Rosa schon ganze 8 Schritte, sie weiß wie sie fallen muss und sie stolziert mit ihrem Laufwagen durch unser Wohnzimmer. Sie kommuniziert mit uns, sie zeigt uns was sie will und ihr Blablablabla wird immer differenzierter. Sie schmiegt sich auf meinen Schoß wenn sie müde ist und wenn sie will, dann gibt sie mir ein Bussi - das mehr ein hinhalten des Mundes ist. Aber für mich ist es das Größte.

Noch nie sind 12 Monate so schnell vergangen. Ein Moment ist dem nächsten gefolgt, eine Erfahrung der Nächsten. Eine Phase hat die nächste Phase abgelöst.
Und auch wenn wir in erschöpften und übermüdeten Momenten manchmal sagen: Es ist nur eine Phase, es wird wieder besser, dann wissen wir auch, dass genau diese Phase nicht mehr wiederkommt.
Dass Rosas wunderbarer Babygeruch irgendwann ganz bald verschwinden wird, dass ihr Gebrabbel gegen Worte eingetauscht wird. Dass sie Fahrrad fahren lernt und wir die süßen unbeholfenen Schritte ganz hinten in unserem Gedächtnis vergraben. Rosa wird in den Kindergarten gehen und wir müssen uns nicht mehr überlegen, wer wann wo wie auf sie aufpasst.

Das sind alles Momente und Schritte, auf die wir uns freuen. Es bedeutet aber auch, dass wir Abschied nehmen müssen von der Rosa, die sie jetzt ist. Dass Baby Rosa bald nur noch eine Erinnerung sein wird. Und deswegen will ich jeden Moment mit ihr genießen und an ihrem Kopf riechen, in der Nacht mit ihr kuscheln und auf keinen Fall einschlafen, wenn sie sanft über meinen Arm streicht. Baba Baby-Rosa, hallo mein kleines Kind.

Mehr über die Papa Tochter Rituale von Gastblogger Micky erfährst du in diesem Artikel.

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