Warum frischgebackenen Mamas ständig Ratschläge erteilt werden

Einfach nur lästig oder richtig zum Aus-der-Haut-fahren?

21.Nov 2018
Deutsch

Liebe Mamis, am besten sofort die Ohren zuhalten oder ein Liedchen pfeifen!

No-Go: Wer sich dazu berufen fühlt, einer Schwangeren oder Mama im Wochenbett ungefragt Ratschläge zu erteilen – verkneif´sie dir doch lieber!

Warum frischgebackenen Mamas ständig Ratschläge erteilt werden

Foto: Shutterstock

Weder frischgebackene Mamas noch Papas wollen hören, mit welchen Zaubermitteln du oder dein gesamter Familien-Clan über Generationen und im Null-komma-nix das jeweilige Baby zum Durchschlafen gekriegt habt. Was Neu-Eltern hingegen tatsächlich brauchen, ist jede Menge Unterstützung, Verständnis und Lob. Denn auf weniger selbstsichere Mütter wirken die gut gemeinten, aber womöglich dreisten Ratschläge wie Kritik - und deshalb extrem verunsichernd.

 

Das nervt am meisten: der Zwang zur Rechtfertigung

Wie sollst du auf die leise Stimme deines Mutterinstinktes hören, wenn sich ständig jemand ungefragt in deine Angelegenheiten mischt? Verwandte, Freunde, Bekannte oder völlig fremde Menschen ereifern sich unermüdlich mit ihren nur zu gut gemeinten „Hilfestellungen“. Und prasseln mit ihrer vorgefertigten Meinung oder mit anderer Besserwisserei auf dich ein.

Sehr spannend ist dabei, dass Väter meist etwas besser wegkommen. Sobald ein Papa mit seinem Neugeborenen unterwegs ist, erntet er schallenden Beifall. Immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass sich Papas vollblütig um ihr Baby kümmern und etwa das Kleine im Kinderwagen vor sich herschieben - ohne Mama im Schlepptau. Ihm wird oft sofort ein Tapferkeits-Orden zuerkannt, sobald er sein schreiendes Bündel im Arm wiegt.

Einer Mama hingegen wird womöglich sogar lauthals unterstellt, dass sie ihr Kind verhungern lässt, es absichtlich in der Trage einklemmt, oder etwa vorhat, das Kleine zu viel/nicht genügend zu verhätscheln. Die einen finden Stillmamas, die vor Publikum die Brust geben unerhört. Andere wiederum sind der Ansicht, du musst in jeder Lebenslage stillen - und beim ersten hungrigen Pieps des Babys schnurstracks den Nippel auspacken. Egal wie, geahndet wirst du prompt mit totaler Geringschätzung, deutlich untermauert durch völlig vernichtende Blicke.Wie auch immer du dich als Neu-Mama verhältst, irgendwie besteht laufend ein Druck, der dich zur Rechtfertigung zwingt.

 

Du willst mit deinen Bedürfnissen nicht auf der Strecke bleiben, …

… aber es ist immer noch der altbekannte Trend für die Aufopferung von Mamis angesagt. Auspowern bis zur totalen Erschöpfung - bis zum „Mommy Burnout“. Das aber bitteschön mit einem überglücklichen Lächeln auf den Lippen. Du opferst dich immerhin für die Familie!

Sobald dein Schwangerschaftstest positiv ausgefallen ist, sollst du dein bisheriges Leben an den Nagel hängen. Und dein Studium, deine Karriere, usw. zugunsten des Nachwuchses für null und nichtig erklären. Es stimmt zwar, dass das Baby ein 24 Stunden Job ist. Aber wer sagt, dass du deshalb dein früheres Leben vollkommen aufgeben musst? Ein Kind als Lebenszweck – ist das nicht erst recht egoistisch?

Erwartet wird von dir selbstverständlich, dass du Ratschläge dankbar annimmst und stante pede vorhast, diese in Windeseile umzusetzen. Altes Wissen und Schnee von gestern wie, das Baby mal ausgiebig schreien lassen. … Wie bitte?

Leider musst du letzten Endes entgegen dem Bild der „guten Mutter“ laufend für deine Wahl in Sachen Erziehung oder Babypflege gerade stehen. Bevor du dich aber durch unterschwellige Kritik frustrieren lässt, unser Tipp: Schieß´ den Bumerang augenblicklich zurück und entgegne blitzschnell mit der langen Liste jener Dinge, die du gerne vom Anderen sehen würdest. Nämlich echte Hilfestellung. Denn Jungeltern brauchen rundum Unterstützung – und die sollten sie auch erhalten!

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