Was tun bei wählerischen Essern?

7 Tipps für das Leben mit kleinen Ess-Verweigerern

21.Jun 2020
Deutsch

Nudeln nur ohne Sauce? Kein grünes Gemüse? Auf keinen Fall vermischte Speisen am Teller? Viele Eltern sitzen regelmäßig mit wählerischen Kindern beim Esstisch. Diese Skepsis hat die Natur zwar aus gutem Grund eingerichtet, anstrengend ist es aber dennoch. Woher diese Ablehnung kommt und was man dagegen tun kann, liest du hier!


Foto: Jelleke Vanooteg

#1 Entspannter bleiben durch Wissen

Es ist nur eine Phase! Dieses Wissen lindert manchmal zumindest die größte Verzweiflung. Die sogenannte „Nahrungsmittel-Neophobie“ (Ablehnung neuer Lebensmittel) ist besonders bei 2-6-Jährigen stark ausgeprägt. Evolutionär bedingt ist das sinnvoll: die Kinder sind mobiler und bittere Dinge sind hin und wieder giftig – Süßes eher nicht. Dadurch erklärt sich auch die Vorliebe für zuckerhaltige Speisen. Bei den meisten Kindern ist diese Phase im Grundschulalter (Volksschulalter) vorbei.

50-75% aller Kinder lehnen neue Lebensmittel phasenweise ab.*
 

#2 Geduld haben

Es dauert einige Zeit (ca. 8 Mal*), bis man sich an den Geschmack neuer Speisen gewöhnt. Das heißt: neue Speisen einfach immer wieder anbieten – und nicht wütend werden, wenn sie nicht gegessen werden.
 

#3 Mogeln erlaubt

Etwas Gemüse in die Spaghetti Bolognese-Sauce zu mischen, ist durchaus erlaubt. Andere Ideen: eine Cremesuppe aus dem Gemüse machen, die Pizza mit Gemüse „dekorieren“, zerdrücktes Obst oder Gemüse in Kuchen, Brot- oder anderen Teig verarbeiten. Das hilft auch, Punkt 2 umzusetzen und das Kind an den Geschmack zu gewöhnen – ganz ohne dass es dies bemerkt.
 

#4 Variationen anbieten

Manche Kinder mögen keinen Brokkoli – aber Brokkolicremesuppe. Oder keine rohen Möhren, aber gekochte. Keine Kartoffel, aber Püree etc. Vor allem bei Gemüse kann man hier seine ganze Kreativität ausleben.
 

#5 Kindergeschmäcker sind verschieden

Kinder haben noch einen sehr feinen Geschmackssinn. Manche Kinder vielleicht sogar einen überdurchschnittlich feinen. Für sie sind Speisen schnell eklig, weil sie zu intensiv schmecken. Vielleicht reicht der natürliche Geschmack – eventuell sogar ohne Salz. Gesünder ist es allemal! Andere Kinder mögen aber gerade den intensiveren Geschmack gerne und sind experimentierfreudiger als gedacht. Am besten, ihr probiert das gemeinsam aus.
 

#6 Das Auge isst mit

Kleine Kinder fühlen sich von vollen Tellern manchmal schlichtweg überfordert. Lieber ganz kleine, liebevoll angerichtete Portionen anbieten. Nachschlag kann man später immer noch anbieten, wenn es geschmeckt hat. Auch „echtes“ Geschirr wie bei den Großen oder mal gar kein Geschirr und mit den Händen essen (z.B. gebackenes Gemüse mit Dip) können zum Probieren animieren.
 

#7 Das Mitmach-Essen

Kinder helfen gerne in der Küche. Manchen Kindern macht so dann auch das Essen hinterher mehr Spaß. Jedenfalls ist eine Portion gesundes Wissen dabei: Kinder lernen dabei, wie verschiedene Obst- und Gemüsesorten heißen und wie man diverse Lebensmittel richtig zubereitet. Es gibt viele tolle Kinderkochbücher für verschiedene Altersstufen – von der Sendung mit der Maus bis zum Silberlöffel für kleine Haubenköche und -köchinnen.

 

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Quellen:

https://www.focus.de/familie/schuechtern-oder-temperamentvoll-deshalb-wollen-kinder-oft-nur-das-gleiche-essen_id_7461890.html

*https://www.alimentarium.org/de/wissen/angst-vor-neuen-nahrungsmitteln-n...

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