Was ziehe ich zur Geburt an?

Blog-Gastartikel: Von Guten Eltern

24.Jun 2016
Deutsch

Patientenhemd, Nachthemd oder doch lieber Jogginghose und T-Shirt? Gastautorin und Hebamme Anja vom Blog von guten Eltern sagt uns heute, welche Kleidung für die Geburt die Richtige ist.

 

Was ziehe ich zur Geburt an?Foto: Shutterstock

Bei einer Hausgeburt hat man jederzeit Zugriff auf den kompletten Inhalt seines Kleiderschranks? Ist das wichtig? Nein, nicht wirklich, aber wenn man plant, sein Kind außerhalb der eigenen vier Wände zur Welt zu bringen, sollte man sich überlegen, was man dabei anziehen möchte.

Für die meisten Frauen gibt es unter der Geburt eine Phase, in der es ihnen völlig egal ist, was oder ob sie überhaupt etwas anhaben. Aber für die oft vielen Wehenstunden zuvor sollte man sich überlegen, worin man sich wohl fühlt. Wohlfühlen ist das Stichwort und alles, was dazu beiträgt, unterstützt positiv den Geburtsverlauf. Die Wehen können dann am besten fließen, wenn eine Frau sich unter der Geburt sicher und geborgen fühlt. Dazu kann auch die persönliche Lieblingskleidung beitragen. Geburt ist eine körperliche Höchstleitung, weshalb man in seinen normalen Anziehsachen oft schnell ins Schwitzen kommt. Oder man kann sich in der Schwangerschaftsjeans doch nicht so gut bewegen.

In der Klinik wird einem natürlich auch ein Patientennachthemd angeboten. Aber ganz ehrlich: Das sollte eher die letzte Option sein. Und es geht nicht allein darum, dass diese Hemden oft designtechnisch nicht gerade gelungen sind. Viele Modelle sind am Rücken offen und werden meist nur mit einem Bändchen oder mehr oder weniger haltbaren Druckknöpfen verschlossen. In Kombination mit dem großen Schwangerschaftsbauch führt das häufig dazu, dass das Gesäß beim Laufen frei liegt. Im Kreißsaal ist das sicherlich egal, aber auf dem Weg zur Toilette oder beim Spazieren – vielleicht zur Wehenanregung – über den Kreißsaalflur ist das nicht besonders angenehm. Denn meist ist man ja nicht allein dort. Deshalb bieten wir als Hebammen oft an, ein weiteres Hemd darüber zu ziehen, was dann vorne geschlossen wird. Dieses doppelte Variante ist aber dann wieder relativ warm, was auch nicht so angenehm im ohnehin gut geheizten Kreißsaal ist.

Es spricht also vieles dafür, sich ein paar bequeme Lieblingsteile für den Kreißsaal in den Klinikkoffer zu packen. Da viele Frauen bei fortgeschrittener Geburt keine Hosen oder Leggings mehr tragen wollen, sind längere Oberteile praktisch, die den Po bedecken. Das kann auch einfach ein längeres, weites T-Shirt des Partners sein. Oder man packt sich den guten alten Bademantel in die Kliniktasche. Generell sind natürliche Materialien wie Baumwolle sinnvoll, da man unter den Wehen schon ins Schwitzen kommen kann. Die edelsten und nur schwer waschbaren Stücke sollten es auch nicht sein, da Fruchtwasser oder andere Körperflüssigkeiten bei der Geburt Flecken hinterlassen können. Warme Socken sollte man auch nicht vergessen, da kalte Füße eine echte Wehenbremse sein können. Aber neben all diesen praktischen Aspekten soll einem das Kleidungsstück vor allem ein gutes Gefühl geben. Ein T-Shirt in der Lieblingsfarbe sieht auch gleich viel weniger nach Krankenhaus aus, als das meist weiße Flatterhemdchen für Patienten. Außerdem kann man das eigene Oberteil nach der Geburt wieder mit nach Hause nehmen und seinem Kind später erzählen: „Und das hier habe ich bei deiner Geburt angehabt.“

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