Wenn der kleine Bruder kommt – Eifersucht unter Geschwistern

Blog Gastartikel: mama rocks

01.Jun 2018
Deutsch

Gastbloggerin Deborah von mama rocks erzählt, wie es ihrer Tochter seit der Geburt ihres Bruders mit der Eifersucht ergangen ist und was der Kleine alles über sich ergehen lassen muss.

Wenn der kleine Bruder kommt – Eifersucht unter Geschwistern

Foto: mama rocks

Sie schläft schon fast, unsere süße kleine Tochter. Doch bevor sie ganz ins Schlummerland entflieht, kommt ihr noch ein Satz über ihre Lippen: „Den Babybruder mag ich nicht so gern.“

Nein, das Leben unseres Kleinkindes ist nicht leicht seitdem vor fünf Monaten ihr kleiner Bruder auf die Welt kam. Als sie ihn zum ersten Mal im Krankenhaus sah, meinte sie, sie habe Angst und wollte wieder nach Hause. Die Tatsache, dass ihr der kleine Bruder aus Mamas Bauch ein Schmuckstück mitgebracht hatte, auf das sie es schon lange abgesehen hatte, konnte sie dann aber doch überzeugen: sie blieb etwa eine Stunde im Krankenhaus und strich ihm sogar kurz über den Kopf.
 

Eifersucht auf allen möglichen Ebenen

Seither hat unsere Tochter alle möglichen Phasen der Eifersucht durchlebt. Sie hat ihren Hochstuhl ans Babybett des kleinen Bruders geschoben, um ihn zu beißen. Regelmäßig versucht sie, ihm eine Ohrfeige zu verpassen. Zum Glück scheinen diese nicht schmerzhaft zu sein. Wird der Kleine gewickelt, möchte sie dies natürlich auch. Und zwar zuerst. Ist der Kleine krank, fühlt sie sich auch nicht gut. Wird der Kleine getragen, muss auch sie auf Mamas Rücken. Und Mama fühlt sich mit zusätzlichen 20 Kilogramm wie ein Packesel.

Und der Kleine? Der liebt seine Schwester so sehr, dass er alle Attacken stoisch über sich ergehen lässt. Sie gibt ihm eine Ohrfeige? Er schenkt ihr ein breites Lächeln. Sie nimmt ihm sämtliche Spielsachen weg? Er schaut sie so fasziniert an, dass er seinen Mund fast nicht mehr schließen kann. Sie versucht, ihn zu beißen? Er kann sein Glück kaum fassen, dass sie sich mit ihm beschäftigt.
 

Kommt Zeit, kommt Liebe

Immerhin: Inzwischen kommen zu den Eifersuchtsattacken auch sehr intensive Liebesbekundungen hinzu. Die erste Handlung nach dem Aufwachen ist, dem Kleinen einen Kuss zu geben. Er wird herumgetragen. Weint er, bringt ihm die Große pflichtbewusst seinen Schnuller. Und wenn ich ankünde, mit ihr in den Zoo oder ins Museum gehen zu wollen, fragt sie zuerst, ob wir denn den Bruder auch mitnehmen können.

Unser erstes Fazit nach fünf Monaten Geschwisterbeziehung? Alles braucht seine Zeit. Die Eifersucht wird uns wohl noch eine Weile beschäftigen. Ob sie eines Tages ganz verschwindet? Wir werden sehen. Schließlich ist Eifersucht eine ganz normale Regung die zum Mensch sein dazu gehört. Viel wichtiger ist, dass die beiden eine innige Beziehung zueinander entwickeln in der alle möglichen Interaktionen Platz haben: Liebe, gegenseitige Unterstützung, aber auch Streit und natürlich, ja natürlich, auch die Eifersucht.

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