Werde ich mein zweites Kind genau gleich lieben können?

Blog Gastartikel: Mama Rocks

21.Mai 2019
Deutsch

Gastbloggerin Deborah von Mamarocks hatte in der Schwangerschaft ein emotionales Problem: Sie hatte Angst, die Liebe zwischen ihren Kindern aufteilen zu müssen. Weshalb diese Angst ihr zweites Kind womöglich nicht gleich lieben zu können vollkommen umsonst war, erfährst du hier.

Ich hielt den positiven Schwangerschaftstest noch in der zitternden Hand, als ich mich zum ersten Mal fragte: „Werde ich mein zweites Kind so lieben können, wie mein erstes?“ Während meiner ganzen Schwangerschaft zerbrach ich mir ununterbrochen darüber den Kopf.
 

Ich schaute meine Tochter an, dieses witzige, clevere, wunderhübsche, ach einfach so perfekte Mädchen und ich hatte nicht die geringste Ahnung, wie es möglich sein sollte, für zwei Menschen derart zu empfinden. Denn jedes Mal, wenn ich dieses Wesen, das neun Monate in meinem Bauch verbracht hatte anschaute, liebte ich es so fest, dass es schon fast ein bisschen weh tat und ich ein kleines Tränchen in meinem Augenwinkel hatte.

Wir hatten diese unfassbar starke Bindung von Anfang an, ab dem Moment, als ich wusste, dass ich Mama werde. Und jetzt wollte da tatsächlich ein Geschwisterchen dazwischenfunken? Wie sollte das nur gehen? Das Maximum meiner Gefühle war schließlich schon erreicht. Würde sich meine Liebe zwischen den Beiden aufteilen? Würde ich tatsächlich auch wieder diese pure, bedingungslose Liebe für den Neuankömmling empfinden? Und wie würde das die Beziehung zu meiner Erstgeborenen negativ beeinflussen?

Während der kommenden acht Monate hatte ich präventiv schon mal ein schlechtes Gewissen. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, meiner Tochter etwas wegzunehmen. Die exklusive Mama-Zeit, das Tragen, die Unbeschwertheit, die nur Ein-Kind-Mütter kennen. Und bald, ja ganz bald, würde ich ihr noch einen Teil meiner Liebe entziehen. Wie sollte das nur funktionieren? Ich gebe zu, meine Hormone waren schwangerschaftsbedingt nicht die rationalsten und ich vergoss das eine oder andere Tränchen wegen des Liebesdilemmas.

Und dann, ja dann war es so weit. Der kleine Bruder kam auf die Welt. Und in der Sekunde, in der ich ihn in den Armen hielt wusste ich und verspürte ich es wieder: dieses überwältigende Gefühl. Das Wissen, dass ich für mein Kind sogar sterben würde. Diese absolute, bedingungslose Liebe. Denn die Liebe teilt sich nicht. Ganz im Gegenteil, sie verdoppelt sich!

Beiden Kindern gerecht zu werden, ist übrigens wieder ein ganz anderes Thema. Da habe ich auch 18 Monate später noch kein Patentrezept gefunden. Meist habe ich das Gefühl, dass eines der beiden Kinder hintenanstehen muss. Ich hoffe aber, dass dies mit dem Alter einfacher wird, wenn sich ihre Bedürfnisse immer mehr aneinander angleichen werden. Oder was meinst du?

Wenn du mit diesem Thema auch schon eigene Erfahrungen gemacht hast, erzähle uns gerne in den Kommentaren davon! :-)

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