Wickeln ist mehr als Windeln wechseln

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

20.Feb 2018
Deutsch

Gastbloggerin Anja vom Blog Von Guten Eltern schreibt darüber, warum das Wickeln des Babys so viel mehr ist als nur Windeln wechseln. Es ist Zeit für Kommunikation und Körperkontakt - und Eltern sollten darauf stets gut vorbereitet sein.

Wickeln ist mehr als Windeln wechseln

Egal ob Stoff- oder Wegwerfwindeln – als Eltern wechseln wir meistens etliche davon, bis ein Kind verlässlich auf die Toilette geht. Das Wechseln der Windeln bedeutet wesentlich mehr, als nur für einen trockenen Po zu sorgen. Gerade für Neugeborene passiert dabei auf allen Ebenen sehr viel. Deshalb sollte nicht das primäre Ziel sein, das Ganze so schnell wie möglich zu absolvieren. Es geht vielmehr darum, dabei möglichst achtsam auf die Bedürfnisse deines Babys einzugehen.

Dies beginnt schon bei der Vorbereitung. Eltern sollten sich alle benötigten Utensilien bereitlegen, sodass der Wickelvorgang nicht unnötig unterbrochen werden muss. Wenn doch, darf das Baby niemals allein auf dem Wickeltisch liegen bleiben, da selbst ganz kleine Babys schon durch unwillkürliche Bewegungen ihre Position so verändern können, dass ein Sturz vom Wickeltisch oder Bett möglich ist. Entweder nimmt man das Baby also mit, um etwas zu holen. Oder man hat sich vielleicht ohnehin einen ebenerdigen Wickelplatz eingerichtet.
 

Zeit für Kommunikation und Körperkontakt

Gerade kleine Babys kühlen schnell aus, weshalb der Wickelort warm genug sein sollte. Wenn die Raumtemperatur zu kühl erscheint, kann eine Wärmelampe hilfreich sein. Das Wickeln selbst sollte möglichst achtsam und in Ruhe stattfinden. Es ist gut, dem Baby zu sagen, was man gerade macht, um Bewegungen nachvollziehbar zu gestalten. Außerdem sollte man es zum Beispiel über die Seite aufnehmen, anstatt es einfach frontal hochzuheben.

Die Wickelsituation ist auch die Zeit für Kommunikation und Körperkontakt. Mit dem Baby zu sprechen, zu singen, es zu berühren oder vielleicht eine kleine Massage einzubauen, tut sowohl dem Kind, als auch den Eltern gut. Außerdem sollte es auch immer ein wenig windelfreie Zeit geben, damit auch an die Haut in diesem Bereich genug Luft kommt. Gerade kleine Babys entleeren sich auch meist genau dann, wenn die Windel ab ist. Oft werden sie kurz davor etwas unruhig. Auf dieses Anzeichen des Ausscheidungsbedürfnisses kann man eingehen, indem man es dann über ein kleines Gefäß oder dem Waschbecken abhält.
 

Kreativität gefragt

Mit dem Alter des Kindes werden sich auch die Wickelrituale verändern. Gerade bei schon größeren Kindern ist da oft Kreativität seitens der Eltern gefragt. So kann dann vielleicht im Stehen leichter gewickelt werden, wenn das Kind selbst nicht mehr auf dem Rücken liegen bleiben möchte. Auch in Sachen Bekleidung sollten Eltern weniger auf das Design, als auf die Praktikabilität achten. Gerade am Anfang wird ein Neugeborenes wirklich häufigen Wickelbedarf haben. Da ist es gut, wenn das Anziehen leicht und unkompliziert funktioniert. Zu viele Knöpfe sind dann zum Beispiel meist unpraktisch. Und auch später wird ein Baby eher ungeduldig werden, wenn das Anziehen sehr aufwendig ist.

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