Wie wird mein Kind wohl einmal sein?

Blog Gastartikel Stadt, Land, Mama

06.Sep 2017
Deutsch

Eltern sein: Unsere Gastbloggerin Katharina von Stadt, Land, Mama stellt nach einer tiefgreifenden Begegnung mit Teenagern in diesem Artikel die Frage: Wie wird mein Kind wohl einmal sein, wenn es so alt ist? Lest hier, zu welchem Fazit sie kommt.

Wie wird mein Kind wohl einmal sein?

Foto: Shutterstock 

Es gibt ja so Begegnungen, die hallen nach. So eine Begegnung hatte ich diese Woche. Ich stand gedankenverloren an einer Ampel, als plötzlich eine Touristen-Schulklasse neben mir stand. Aus jeder Pore dieser 20 Zehntklässler strömte die pure Jugend. Die Jungs, trotzend vor Testosteron und Akne, die Mädchen, bauchfrei, kichernd oder supercool. Wahrscheinlich kamen sie aus einem verschlafenen Nest in Baden-Württemberg, schupperten zum ersten Mal Großstadtluft. Ich konnte sie mit einem Blick erkennen, die Anführer, die Klassenschönheit, die dicken Unglücklichen, die Streber, die Freaks.  Ich erinnere mich genau an diese Zeit. An die Sehnsüchte, die Träume, an die großen Dramen, wenn der richtige Junge das falsche Mädchen mochte. An den übergroßen Wunsch, von der Gruppe akzeptiert zu werden (Gut, dass das mit den Jahren immer unwichtiger wird). Als Teenager gibt es die unumstößliche Regel: In ist, wer drin ist.  Und plötzlich dachte ich darüber nach, wie meine Kinder wohl in diesem Alter sein werden. Werden sie „cool“ sein oder Außenseiter, werden sie meine Meinung noch wichtig finden oder sich den ganzen Tag stumm in ihrem Zimmer verkriechen? Werden sie ihre Haare lila färben und auf einer Party mal so viel trinken, dass ich sie ins Auto tragen muss? Glücklicherweise kann das niemand hervorsehen - sonst würde ich wohl schon heute vor Sorge nicht mehr schlafen können. Was ich aber weiß ist, dass ich sie immer lieben werde - egal welchen Mist sie bauen werden oder wie anstrengend die Pubertät werden mag. Ich hoffe, wir werden diese Zeit zusammen schaffen. Vorsorglich überschütte ich sie jetzt mit so viel Liebe, dass sie sich in dunkleren Stunden daran erinnern, dass wir Mütter immer immer immer für unsere Kinder da sind.

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