Willst du meinen Geburtsbericht hören?

Blog Gastartikel: Moana vom Blog Miss Broccoli

04.Jun 2019
Deutsch

Als Schwangere möchte man sich natürlich so gut wie möglich auf die Geburt vorbereiten. Warum es hingegen nicht immer sinnvoll ist, sich Geschichten über andere Geburten anzuhören, erzählt euch Gastbloggerin Moana vom Blog Miss Broccoli.

Willst du meinen Geburtsbericht hören?

Foto: Miss Broccoli

Ich erinnere mich noch als ob es gestern gewesen wäre: Während meiner ersten Schwangerschaft wollte ich alles über die Geburt erfahren. Ich las Bücher, Zeitschriften und sprach mit anderen Müttern. Wie die meisten werdenden Mütter beim ersten Kind, besuchte ich natürlich auch einen Geburtsvorbereitungskurs. Schließlich war die Geburt ein sehr spezielles Ereignis, welches mir in unmittelbarer Zukunft bevorstehen würde. Da ich zu denjenigen Menschen gehöre, die gerne alles unter Kontrolle haben, wollte ich eben auch alles darüber wissen.
 

Eine Geburt ist nicht planbar

Inzwischen weiß ich aber: Eine Geburt ist nicht planbar. Du weißt nicht, was auf dich zukommt. Du kannst sie noch so gut planen und sie dir vorstellen, es kommt mit Sicherheit anders! Das Einzige, das ich dir nun also mitgeben kann, wenn du kurz vor der Geburt stehst ist, auf dich selbst und deinen Körper zu vertrauen.

Es gibt angeblich Frauen, die genauso geboren haben wie sich es sich vorgestellt hatten.  Aber wenn man mal genauer hinhört und mit verschiedenen Frauen spricht, dann folgen Geschichten für die du vielleicht zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit bist. Nämlich zum Beispiel von denjenigen Frauen, die einen Notkaiserschnitt hatten, weil sie plötzlich unter Lebensgefahr standen. Manchmal erfährst du außerdem von schlimmen Situationen mit der Saugglocke, von unsensiblen Ärzten und rabiaten Hebammen und zu guter Letzt vielleicht auch noch von Babys, die die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatten…. Und spätestens dann fragst du dich, ob es wirklich nötig war, all dies bereits vor dem möglichen Unglück in Erfahrung zu bringen.

Aber natürlich erzählten auch mir meine Freundinnen ihre Geburtsberichte, die positiven wie auch die negativen. Schließlich hatte auch ich immer viele Fragen dazu: Wie erkennt man, ob es Wehen sind? Wie fühlen sich eigentlich Presswehen an? Wie geht ein Mann damit am besten um? Wie lange dauert die Geburt? Und ist eine Wassergeburt vielleicht sogar empfehlenswert?

Ich hatte also vor meiner ersten Geburt schon ziemlich viele Geschichten gehört. Ich wusste  was ich wollte und was nicht. Ich gebe aber zu, ich hatte dann auch wirklich Respekt oder sogar ein bisschen Angst vor PDA’s, Saugglocken und Presswehen.
 

Der beste Tipp, den ich dir also vor der Geburt geben möchte: Hör dir keine Geschichten mehr an!

Denn meine Geburt war am Ende absolut nicht so, wie ich sie mir zuvor vorgestellt hatte. Ich kämpfte mit Übelkeit und Erbrechen und konnte 14 Stunden lang nichts essen. Die Badewanne, von deren Wirksamkeit ich im Vorfeld überzeugt war, sagte mir so gar nicht zu und zuletzt willigte ich aus diversen Gründen zu einer PDA ein. Schlussendlich war es aber dennoch eine gute Geburt.

In meiner zweiten Schwangerschaft sprach ich zwar mit Freundinnen über ihre Geburten, war jedoch, was meine Geburt anbelangte, tiefenentspannt. Ich ließ sie einfach auf mich zukommen und war offen für ein neues Erlebnis. Und das war dann tatsächlich auch der beste Plan. Immerhin wusste ich jetzt schon vorher, wie sich Wehen wirklich anfühlten und welch ein schönes Wunder eine Geburt ist.

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