Wir wollen (k)einen Schnuller!

Pro und Contra der kleinen Alltagshelfer.

28.Nov 2019
Deutsch

Babys saugen schon im Bauch an ihren Fingern, um für später zu übern und sind meistens schon kurz nach der Geburt bereit für den ersten „echten“ Versuch an der Brust. Die Bezeichnung „Säugling“ kommt also nicht von ungefähr. Kinder befriedigen damit ihr starkes Saugbedürfnis, das nicht nur zur Nahrungsaufnahme dient, sondern auch dafür sorgt, Spannungen abzubauen und sich zu beruhigen. Das Saugen hilft beim Einschlafen und ist besänftigend bei Schmerzen. Da verwundert es kaum, dass Schnuller nicht nur bei Babys, sondern auch bei Eltern sehr beliebt sind – schließlich ist Saugen an der Brust zwar das Natürlichste, aber die Mutter vielleicht nicht immer zur Verfügung. Künstliche Hilfsmittel gibt es übrigens bereits seit sehr langer Zeit: in Europa war der Schnuller schon im Mittelalter bekannt.*

Anfangs dienten „Lutschbeutel“, das waren meist mit Brei gefüllte Säckchen, zur Beruhigung, aber auch harte Gegenstände aus Knochen erleichterten den Kindern unter anderem das Zahnen. Heute sind Sauger aus Silikon oder Latex üblich und mit einem Schild versehen, um das Verschlucken zu verhindern.

Interessant ist, dass vor der Geburt viele Eltern die Meinung vertreten, keinen Schnuller verwenden zu wollen – in der Praxis sieht es nach der Geburt aber meist anders aus.

 

Die Vorteile liegen schließlich auf der Hand:

  • Die meisten Babys nehmen Schnuller gerne und einfach an, da sie ein großes Saugbedürfnis haben.
  • Das Saugen beruhigt, tröstet, lindert Schmerzen und macht glücklich.
  • Der Schnuller entlastet die Eltern.
  • Auch Väter, Omas, Opas sowie Babysitter haben damit ein Mittel, das Baby zu beruhigen.
  • Schnuller sind klein, handlich und können immer mit dabei sein.
  • Die modernen Materialien lassen sich leicht desinfizieren.
  • Die Brust wird abseits des Stillens nicht überstrapaziert.
  • Ältere Kinder können im Schlaf verlorene Schnuller selbstständig wiederfinden und in den Mund nehmen.
  • Es gibt Studien, die dem Schnuller eine präventive Funktion gegen plötzlichen Kindstod (SIDS) zuschreiben.*

 

Die Nachteile und fehlerhafte Anwendungen:

  • Zu langer Gebrauch eines nicht kiefergerechten Schnullers kann Zahnfehlstellungen begünstigen.
  • Wird der Schnuller zur vermeintlichen Reinigung von Erwachsenen abgeschleckt, können Viren und (Karies-)Bakterien übertragen werden.
  • Zu frühes Schnullern kann die Kommunikation zwischen Mutter und Kind beeinträchtigen, wenn es darum geht zu beurteilen, ob das Baby hungrig ist oder Beruhigung braucht.

 

Der richtige Schnuller - und das richtige Schnullern

Gibt es sowas wie den perfekten Schnuller? Zahnärzte, Kieferorthopäden und Logopäden sind meistens keine Fans, wenn dieser übermäßig und über viele Jahre hinweg im Einsatz ist: Zahnfehlstellungen und eine verzögerte Sprachentwicklung können die Folge sein. Um das zu verhindern, gilt es einige Punkte zu beachten:

  • Der Schnuller sollte eine spezielle, kiefergerechte Form haben, weich und flexibel sein,  um möglichst wenig Druck auf Kiefer  und Zähne auszuüben und Platz für die Zunge zu lassen. Der Saugerhals – der Teil vom Schnuller, der zwischen den Zähnen liegt – sollte möglichst dünn sein, damit die Zähne bestmöglichen Kontakt haben.
  • Beim Material gibt es meist die Wahl zwischen Latex und Silikon. Latex hat den Vorteil, ein absolut natürliches und besonders weiches Material zu sein, muss allerdings häufiger gewechselt werden. Silikon ist ein transparenter, BPA-freier Kunststoff, der nicht altert. Er lässt sich etwas leichter durchbeißen, weswegen bei zahnenden Kindern eine regelmäßige Kontrolle stattfinden sollte. Die Frage, ob Latex oder Silikon besser ist, erübrigt sich für viele Eltern aber: oft entscheidet einfach das Baby, was es lieber mag.
  • Wichtig ist jedenfalls der richtige Umgang: Kinder sollten nicht ständig den Schnuller im Mund haben – vor allem je älter sie werden.
  • Der Schnuller sollte nie abgeschleckt oder in Zuckerhaltiges wie z.B. Honig getaucht werden.
  • Nach dem dritten Geburtstag sollte der Schnuller spätestens verschwinden.

Eine natürliche Schnuller-Alternative gibt es auch – den Daumen. Dieser hat allerdings entscheidende Nachteile: er ist für die Zahnentwicklung sehr schlecht und die Abgewöhnung vom Daumen ist wesentlich schwieriger als eine Verabschiedung vom Schnuller. Und wäre doch schade, wenn man die Schnullerfee verpasst, oder?

 

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*Quelle (Stand 10/2019): https://de.wikipedia.org/wiki/Schnuller

 

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