Wissenswertes rund um Muttermilch

Mit MAM-Experte Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl

21.Apr 2020
Deutsch

Muttermilch gilt als Wundermittel. Aber warum ist stillen das Beste für das Baby? Und welche Vorteile hat es? Wir haben den MAM Experten Univ. Prof. Reinhold gebeten, uns Wissenswertes über Muttermilch und das Stillen zu erzählen.


Foto: Shutterstock

 

Wieso heißt es immer, dass Muttermilch das Beste für das Kind ist?

Es gibt mehrere Gründe – und da sind sich alle Fachleute einig – warum Muttermilch das Beste für das Baby ist. Sie ist praktisch: Muttermilch ist immer dabei, richtig temperiert und garantiert keimfrei. Sie ist gesund: Muttermilch enthält alles, was Babys in den ersten Monaten brauchen – Vitamine, Mineralstoffe, gesundes Fett, Kohlehydrate, Eiweiß. Und sie stärkt die Immunabwehr.

 

Was ist an Muttermilch besonders beeindruckend?

Faszinierend ist, dass sie niemals gleich ist, sondern sich in Menge und Mix automatisch nach den Bedürfnissen des Babys richtet. Das heißt, ihre Zusammensetzung ist variabel, die Bestandteile ändern sich auch im Laufe des Stillens – ganz individuell und genauso, wie das Baby es braucht.

 

Welche gesundheitlichen Vorteile hat Muttermilch für das Kind?

Zum einen ist sie leicht verdaulich. Dadurch kommt es seltener zu Magen-Darm-Störungen. Das Saugen an der Brust fördert auch die Entwicklung von Kiefer und Gesichtsmuskeln – das nützt später beim Essen und Sprechen lernen. Gestillte Babys sind tendenziell weniger anfällig für Infektionen, Allergien, Diabetes oder Übergewicht.

 

Gibt es auch für die Mutter Vorteile durch das Stillen?

Ja, stillende Mütter bleiben eher gesund: Wochenbettinfektionen sind seltener und das Deutsche Krebsforschungszentrum weist sogar ein geringeres Brustkrebs-Risiko nach. Zudem nützt Stillen der Rückbildung der Gebärmutter – man ist schneller wieder fit.

 

Wie lange sollte gestillt werden?

Weltorganisationen wie UNICEF oder WHO empfehlen in den ersten 6 Monaten ausschließlich zu stillen. Damit ein Baby wirklich viel davon hat, muss es aber auch der Mutter dabei gut gehen. Deshalb ist und bleibt Stillen eine persönliche Angelegenheit.

 

Und wie oft und wie lange sollte man stillen?

Ganz nach Bedarf – der Mutter und des Babys – funktionieren auch Dauer, Häufigkeit und Menge des Stillens: Anfangs steigt die Milchmenge rasch – von einem Fingerhut knapp nach der Geburt auf täglich rund einen halben Liter nach einigen Tagen. Häufiges Anlegen und Wechselstillen an beiden Brüsten fördern die Milchproduktion. Ein 6 Monate altes Baby nimmt täglich rund 800 ml zu sich. Auf die Natur kann man sich verlassen, die Menge entspricht immer dem Bedarf – egal wie groß oder klein die Brust ist. Die Hungerhäufigkeit ist individuell, es gibt aber einen Richtwert: In den ersten Lebenswochen etwa alle 2 bis 3 Stunden, bis sich der persönliche Rhythmus einpendelt.

 

 

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