Wo sind meine Knöchel geblieben?

Woher Wassereinlagerungen kommen und was du dagegen tun kannst.

03.Dez 2019
Deutsch

Eine Schwangerschaft setzt enorme Veränderungen im Körper in Gang. Es entsteht nicht nur ein neuer Mensch, der komplette Organismus der Frau muss sich dafür anpassen. Dieser „Umbau“ wird unter anderem durch Hormone ausgelöst. Wie so oft sorgen sie aber nicht nur für sinnvolle Neuerungen, sondern teilweise auch für weniger erfreuliche Nebenwirkungen. Eine solche sind zum Beispiel Ödeme oder auf Deutsch: Wassereinlagerungen. Warum treten sie in der Schwangerschaft vermehrt auf? Wann muss man sofort zur ärztlichen Kontrolle? Und kann man irgendetwas dagegen tun? All das beleuchten wir in diesem Artikel!


Foto: Photo by Manki Kim on Usplash

Hormone und andere Veränderungen

Östrogen ist eigentlich etwas Tolles: es ist DAS Weiblichkeitshormon. Östrogene werden in den Eierstöcken, Nebennierenrinden und der Plazenta gebildet. Es beeinflusst die erste Hälfte des weiblichen Zyklus und sorgt bei Frauen für ihre Weiblichkeit: eine höhere Stimme, die spezielle Fettverteilung, die Körperbehaarung und die Brust. In der Schwangerschaft sind Östrogene außerdem dafür zuständig, dass das Gewebe schön weich und nachgiebig ist – und dass die Zellen Wasser einlagern. Gemeinsam mit elastischeren Blutgefäßen begünstigt das die Entstehung von Ödemen.

Im Lauf der Schwangerschaft steigen außerdem sowohl die Blutmenge als auch der Wassergehalt im Körper und machen bis zu 6 kg mehr auf der Waage aus.* Durch die größer werdende Gebärmutter und das Gewicht des Kindes wird dazu der Blutfluss verlangsamt bzw. behindert.

Auch Elektrolyte wie z.B. Natrium sorgen in der Schwangerschaft für vermehrte Wassereinlagerungen.

Im Sommer treten Wassereinlagerungen auf Grund der höheren Temperaturen vermehrt auf.

 

Wann muss ich mich sofort untersuchen lassen?

Im Allgemeinen sind aufgequollene Knöchel oder geschwollene Augenlider zwar nicht schön, aber gesundheitlich unbedenklich. Neigst du dazu, nimm vielleicht Ringe rechtzeitig ab, bevor die Schwellungen zu Schmerzen führen. Treten die Ödeme allerdings ganz plötzlich und massiv auf, musst du unbedingt sofort zum Arzt bzw. zur Ärztin! Es sollte ausgeschlossen werden, dass du unter einer Gestose oder Nierenproblemen leidest.

 

Was hilft gegen Ödeme?

Stress kann auch die Funktion der Niere beeinflussen – oft genügt schon etwas Bettruhe, um die Wassereinlagerungen zumindest zu reduzieren. Auch zwischendurch so oft wie möglich die Beine hochzulagern ist oft sehr hilfreich um das Lymphsystem zu unterstützen. Wenn du z.B. aus beruflichen Gründen viel stehen musst oder dich ein Geschwisterkind auf Trab hält, kannst du Kompressionsstrümpfe tragen.

Auch mit einer speziellen Ernährung kann man gute Erfolge erzielen. Folgende Nahrungsmittel wirken entwässernd**:

  • Gurke
  • Kartoffel (aus biologischem Anbau, gut geputzt mit Schale essen)
  • Spargel
  • Petersilie, Schnittlauch und Liebstöckel
  • Ananas

Sportliche Betätigung und dabei vor allem Schwimmen wirkt vorbeugend sehr gut bei Neigung zu Wassereinlagerungen.

Weitere Methoden und Mittel, die Erleichterung schaffen können:

  • Akupunktur
  • Lymphdrainage - regt das Bindegewebe an
  • Physiotherapie - Lass dir Beinübungen zeigen, die du zu Hause machen kannst
  • (Schwangerschafts-)Tees – lass dich von deiner Hebamme oder in der Apotheke beraten!

 

*Quelle: https://www.netdoktor.de/schwangerschaft/wassereinlagerungen-schwangerschaft/

** Quelle: Die Hebammensprechstunde, S. 190 f.

 

Das könnte dich auch noch interessieren:

9.-12. Schwangerschaftswoche

Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

 

Sende diese Seite an einen Freund