Wochenbett: Zeit für Mutter und Baby

Die ersten Wochen nach der Geburt

08.Jul 2016
Deutsch

Die Geburt hast du geschafft, das Baby ist endlich da! Nun stehen wahrscheinlich bereits Familie und Freunde auf der Matte, alle wollen das Baby sehen. Allerdings ist diese Zeit auch ganz besonders wichtig, um dich auszuruhen und dich von den Anstrengungen der Geburt zu erholen.

Wochenbett: Zeit für Mutter und Baby

Foto: Shutterstock

Dein Körper muss sich nun vom Schwangerschaftmodus in den Mutter- und Stillmodus umstellen, Wunden von der Geburt brauchen Ruhe und Zeit zum Verheilen. Früher, als man mit Schwangeren nicht sehr zimperlich umging, achtete man aber sehr wohl darauf, dass die frischgebackenen Mütter sechs bis acht Wochen nach der Geburt zuhause und möglichst im (Wochen-) Bett verbrachten, um neue Kräfte zu sammeln. Und auch die Milchproduktion beginnt einige Tage nach der Geburt und du musst dich gemeinsam mit deinem Kind an die regelmäßigen Stillzeiten gewöhnen und einen Rhythmus finden. 

Abgesehen von den körperlichen kann es auch seelische „Nachwehen“ geben. Vielleicht ist die Geburt anders verlaufen, als du dir das vorgestellt hast. Oder der Abschied von der Schwangerschaft fühlt sich wie ein Verlust an, muss erst einmal verarbeitet werden. Eventuell kostet die neue Situation mehr Kraft, als du dachtest... All diese Gefühle sind ganz normal nach einer Geburt. Dies ist eine sehr intensive Zeit, die auch von Unsicherheiten und Sorgen begleitet werden kann. Denn es ist schon eine große Umstellung, wenn man plötzlich rund um die Uhr für ein kleines Menschenkind verantwortlich ist.

Die Hormone spielen verrückt

Eine wesentliche Rolle für das Gefühlsdurcheinander spielen in dieser Zeit die Hormone, sodass viele sich von überwältigender Mutterliebe gepaart mit zuviel Verantwortungsgefühl und großer Übermüdung etwas überfordert fühlen können. Hochgefühl wechselt sich oft mit Heulkrämpfen ab. Denn es dauert eine Zeit, bis sich alles wieder einpendelt. Deshalb werden diese Tage auch Heultage oder Baby Blues genannt.  Auch wenn darüber kaum geredet wird, betrifft es viele Frauen und gehört zu dieser Phase einfach dazu. Falls du aber Unterstützung möchtest, gibt es dafür verschiedene Mutter-Kind-Beratungsstellen, die dir gerne weiterhelfen. Zögere nicht –  lieber einmal zuviel anrufen!

Wochenbett: Zeit für Mutter und Baby

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Gerade diese Phase ist besonders wichtig, um in euer neues Leben als (vergrößerte) Familie hineinzufinden. Es ist ein gegenseitiges Kennenlernen: Wer ist das neue Familienmitglied? Was hat es für Bedürfnisse? Wie reagiert es auf welche Situationen?

Wenn möglich, gönn dir immer wieder einmal eine kleine Auszeit von ein bis zwei Stunden, überlasse das Baby deinem Partner, deinen Eltern oder besten Freunden. Sie können eine Runde mit dem Kinderwagen drehen. Und du genießt die Zeit für dich, nimmst eine wohltuende Dusche, liest etwas oder schläfst einfach.

Je nach Land gibt es auch einen Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme nach der Geburt. Das ist eine sehr lohnende Unterstützung von einer erfahrenen Frau, die dir Fragen beantworten kann, das Baby und dich anschaut und tolle Tipps geben kann. 

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