Zahnentwicklung und Schnuller: News aus der Forschung

Korrelation: Saugerhals und Zahnfehlstellungen

10.Mai 2017
Deutsch

Rund ums Thema Zahnentwicklung und Schnuller gibt es News aus der Forschung: Die an der Universitätsklinik Jena (Deutschland) durchgeführte Studie „Effect of a thin-neck pacifier on primary dentition: a randomized controlled trial“.

Zusammengefasst hat die Studie Folgendes ergeben: Bei nuckelnden Kleinkindern mit einer bereits Schnuller-assoziierten Zahnfehlstellung (wie z.B eine vergrößerte Frontzahn-/ Schneidezahnstufe und/ oder einen offenen Biss) ist die Nutzung eines Schnullers mit besonders dünnem Saugerhals vorteilhaft. D.h. es besteht eine eindeutige Korrelation zwischen Saugerhals und Zahnfehlstellungen.

Das Online Magazin zm Online hat Studienleiterin Dr. Yvonne Wagner zu Details und Interpretation der Studienergebnisse interviewt. Wir haben die wichtigsten Aussagen der Studie für euch nochmal vereinfacht zusammengefasst. 

Foto: MAM

7 zentrale Erkenntnisse der Studie: 

1. Diese Studie ist die erste, die die Vorteile des Gebrauchs eines Schnullers mit besonders dünnem Saugerhals gegenüber einem zuvor verwendeten physiologischen oder konventionellen Sauger in Bezug auf Overjet und Overbite belegt. Hierbei handelt es sich um zwei besonders häufige Formen von Zahnfehlstellungen: Unter Overjet versteht man einen horizontalen Überbiss, Overbite ist ein vertikaler Überbiss. 

2. Der in der Studie verwendete Schnuller mit dünnem Saugerhals (MAM Perfect) ermöglicht den Mundschluss, weil der Sauger im Durchschnitt 60 Prozent dünner und viermal flexibler* ist als übliche Silikonsauger. Mehr Infos hier.

3. Die Untersuchungen sind insofern einzigartig, als dass Kleinkinder einbezogen wurden, die bereits zu Studienbeginn einen vergrößerten Overjet und/oder offenen Biss aufwiesen. 

4. Zur Info:  

Gruppe 1 wechselte zu Beginn der Testphase vom bisherigen Schnuller zum getesteten Sauger mit besonders dünnem Saugerhals.

Gruppe 2 blieb bei den bereits vor Studienbeginn verwendeten herkömmlichen Schnullern. 

Gruppe 3 sollte innerhalb des Untersuchungszeitraums vom Schnuller entwöhnt werden. Die Kinder dieser Gruppe erzielten in Bezug auf Überbiss und frontal offenen Biss die besten Messergebnisse. Gleichzeitig zeigte sich, dass dies auch die schwierigste Methode ist. So konnten während dieser Studie sechs Kinder nicht erfolgreich vom Schnuller entwöhnt werden. Drei begannen zudem mit dem Daumenlutschen. Im Untersuchungspunkt horizontaler Überbiss erwies sich der neuartige Sauger sogar als ebenso wirkungsvoll wie die vollständige Abgewöhnung. 

5. Umso größer und voluminöser ein Sauger ist, desto mehr wird beispielsweise die Zunge in ihrer natürlichen Ruhelage gestört. Für die Sprachentwicklung muss die Zunge lernen oben am Gaumen hinter den Frontzähnen anzuliegen. Der frontal offene Biss und die vergrößerte Frontzahnstufe sind typische lutschassoziierte Zahnfehlstellungen.

6. Rechtzeitige Abgewöhnung des Saugers stellt immer noch die beste Prävention dar. Werden die Kinder nicht rechtzeitig vom Sauger entwöhnt, können diese Zahnfehlstellungen auch die Entwicklung des bleibenden Gebisses beeinflussen. Zusätzlich ist das Risiko einer Frontzahnverletzung im Milchgebiss erhöht.

* Im Durchschnitt zwischen 32 % - 83 % dünner/ 1,1 - 19,5 mal flexibler als normale Silikonschnuller.

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