Zucker während der Schwangerschaft

So giftig wie Alkohol und Nikotin?

04.Apr 2017
Deutsch

Zigaretten und Alkohol sind bekanntermaßen die großen Feinde während der Schwangerschaft. Jeder weiß, wie schädlich beides für das ungeborene Kind sein kann. Doch was ist mit Schokolade, Gummibärchen und Cola? Bei unserem Zuckerkonsum drücken wir während der Schwangerschaft schon mal ein Auge zu. Wir haben jetzt schließlich andere Dinge Priorität, als unsere schlanke Linie zu behalten. Und auch unser Umfeld heißt es: „Gönn dir doch noch ein zweites Stückchen Kuchen, DU kannst es dir jetzt ja leisten!“. Doch die Wirkung von Zucker in der Schwangerschaft wird eindeutig unterschätzt. Wird er in zu großen Mengen konsumiert oder falls es bestimmte Vorerkrankungen vorliegen, kann dies für Kind und Mutter nämlich negative Folgen haben. Und zwar langfristig.

Zucker während der Schwangerschaft

Fotos: Shutterstock 

Hier sind 5 Fakten und Mythen rund ums Thema Zucker, die dich deinen Konsum möglicherweise nochmals überdenken lassen.

1. Was genau ist Zucker?

Bei dem kristallförmigen weißen Haushaltszucker, auch als Saccharose bekannt, wie wir ihn kennen, handelt es sich um einen Zweifachzucker. Das bedeutet, dass Saccharose aus zwei unterschiedlichen Zuckerbestandteilen (Einfachzuckern) besteht: Glukose und Fruktose. Einfachzucker sind schnell verwertbar und gehen sofort ins Blut.

2. Unser Zuckerkonsum

In Kaffee, Tee, süßen Brotaufstrichen, Kuchen, Keksen und anderen Süßigkeiten - in westlichen Gesellschaften ist der Konsum von raffiniertem Zucker zur täglichen Sucht geworden. Vor allem durch versteckten Zucker in Fertiggerichten, Saucen, Milchprodukten, und Konserven und Soft Drinks schafft es der europäische Durchschnittsbürger auf fast 40 Kilogramm reinen Zucker Genuss pro Jahr.

3. Wirkt Zucker wie eine Droge?

Fest steht: Zucker regt im Gehirn die gleichen Regionen an wie Nikotin und Alkohol. „Süß“ verkauft sich einfach gut! Welche Veränderungen Zucker im Detail in unserem Gehirn hervorruft, ist wissenschaftlich jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Zucker während der Schwangerschaft

4. Zucker ist nicht gleich Zucker

Immer wieder hören wir: "Komplexe statt leere Kohlenhydrate". Doch was bedeutet das genau? Einfachzucker oder auch schnell wirksame Kohlenhydrate aus zuckerhaltigen Speisen strömen regelrecht ins Blut. Komplexe Kohlenhydrate hingegen, also Mehrfachzucker, wie sie in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Kartoffeln enthalten sind, gehen nur langsam ins Blut über. Denn sie müssen zuerst Verdauungstrakt in ihre Bausteine gespalten werden. Denn nur in dieser Form können sie weitertransportiert und umgewandelt werden. Durch diesen Prozess wird der Körper längerfristig mit Energie versorgt.

5. Die Sache mit dem Fruchtzucker!

Das Wort "Frucht" lässt den Zucker vielleicht harmlos erscheinen, auch bei Fruktose handelt es sich um einen Einfachzucker, der schnell ins Blut geht. Fruchtzucker ist mit 400 Kilokalorien pro 100 Gramm weder kalorienärmer noch gesünder, als normaler Zucker. Da Fruktose selbst nicht zur Ausschüttung von Insulin führt – im Gegensatz zu Glukose – erhält das Gehirn jedoch kein Sättigungssignal, wenn zu viel Fruchtzucker gegessen wurde. Das führt dazu, dass schnell mal mehr davon gegessen wird, als der Körper braucht.

6. Zucker als Vitamin- und Mineralstoffräuber

Wer in einen Apfel beißt, nimmt natürlich auch Zucker auf. Neben Fruktose enthält Obst auch Glukose und Saccharose. Gratis dazu gibt es aber ein Sattheitsgefühl, das vor dem Überessen schützt. Dies haben wir vor allem Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien zu verdanken, die im Apfel enthalten sind. Bei Limonade sieht das Ganze schon anders aus: Der enthaltene Industriezucker enthält keinerlei Vitalstoffe. So muss sich der Körper die zur Verarbeitung des Zuckers erforderlichen Begleitstoffe aus seinen eigenen Vorräten holen. Aus diesem Grund wird Haushaltszucker auch als "Nährstoffräuber" bezeichnet. Ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum kann daher zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen führen.

7. Folgen von massivem Zuckerkonsum

Müdigkeit, Antriebs- und Energielosigkeit, Magen- und Darmprobleme, wie Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, Haarausfall und Akne sind typische Nebenerscheinungen eines überhöhten Zuckerkonsums. Aber auch Nervosität, Konzentrationsschwäche und Depression sind mögliche Folgen. Für Schwangere besonders interessant: Übertriebener Zuckerkonsum macht den Körper anfällig für Infektionskrankheiten, da er das Immunsystem schwächt. 

 

Fazit: Ob schwanger oder nicht - natürlicher Zucker, wie er in Früchten und Gemüse vorkommt sowie komplexe Kohlenhydrate sind Teil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Künstlichen Industriezucker solltest du vermeiden, wo es nur geht. Daher ist es vor allem wichtig, die Zutatenlisten auf den Lebensmittel- Etiketten zu checken! Insbesondere um die versteckten Zucker aufzuspüren.

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