Zwiemilchernährung – Stillen & Flasche

Klappt das?

05.März 2020
Deutsch

Gründe, warum Frauen nicht 100% stillen wollen oder können, gibt es viele. Und ja, es gibt Frauen, die einfach nicht (voll) stillen können. Das kann an anatomischen Ursachen, hormonellen Gründen oder an still-bedingten Beschwerden liegen. Zum Glück gibt es heute ausgezeichnete Pre-Nahrung, so dass ein Versuch zu stillen und gleichzeitig das Fläschchen zu geben, durchaus empfohlen werden kann – vor allem dann, wenn sonst nur das Abstillen als Alternative bleibt. Wie holt man sich also das Beste aus zwei „Welten“?


Foto: MAM Babyartikel
 

6 hilfreiche Facts zur Zwiemlichernährung:

  1. Zuerst nur stillen
    Empfohlen wird, mit der Zwiemilchernährung erst zu beginnen, wenn sich das Stillen möglichst gut eingespielt hat. Der Zeitpunkt kann individuell unterschiedlich sein, generell spricht man von ca. 6-8 Wochen.

  2. Die Milchproduktion regeln
    Eine Herausforderung beim Wechseln zwischen Stillen und Flasche ist die Kontrolle bzw. das Aufrechterhalten der Milchproduktion der Brust. Das Angebot wird schließlich über die Nachfrage geregelt, d.h.: weniger anlegen (oder pumpen) bedeutet weniger Milch. Wichtig ist also, dass auch bei der Zwiemilchernährung regelmäßig gestillt wird bzw. dass du zwischendurch abpumpst.

  3. Zufüttern bei einer Mahlzeit
    Fütterst du zu, weil du denkst, dass dein Baby nicht satt genug wird, stille jedenfalls zuerst und gib erst dann das Fläschchen.

  4. Regelmäßigkeit
    Für Kind und Brust ist ein regelmäßiger Ablauf optimal. So pendeln sich Milchproduktion und Verdauung ein. Ganz abgesehen davon lieben viele Babys gewohnte Rituale und Verlässlichkeit.

  5. Ersatzmilch / Milchpulver
    Pre-Milch ist der Muttermilch in der Zusammensetzung am ähnlichsten und darum erste Wahl für die Zwiemilchernährung.

  6. Sauger / Ausstattung
    Wähle Sauger mit einer möglichst kleinen Größe des Loches. So rinnt die Pre-Milch nicht zu schnell aus der Flasche und das Baby muss sich – genau wie an der Brust – etwas anstrengen. Ungewolltes Abstillen kann so vermieden werden.
     

Vorteile der Zwiemilchernährung können sein:

  • Mehr Unabhängigkeit für die Frau
  • Auch andere Betreuungspersonen können Fläschchen anbieten.
  • Auch wenn es ganz natürlich und keinesfalls anstößig ist: manche Frauen stillen nicht gerne in der Öffentlichkeit – auch hier bietet das Fläschchen neue Möglichkeiten.
  • Berufstätigkeit lässt sich ev. besser mit Familie vereinbaren
  • Erholung für wunde Brustwarzen
     

Nachteile der Zwiemilchernährung können sein:

  • Das Baby möchte nicht mehr stillen, weil das Fläschchen-Trinken leichter ist. Mit speziellen Flaschen kann das allerdings weitgehend vermieden werden. 
  • Weniger wertvolle Inhaltsstoffe der Muttermilch werden aufgenommen.
  • Eventuell Verdauungsprobleme
  • Mehr Kosten durch Flaschen, Sauger und Ersatzmilch
  • Es kann dauern, bis der Wechsel zwischen Brust und Fläschchen klappt.

Wenn du dir unsicher bist, ob dein Baby gut wächst und zunimmt oder du Fragen zur Zwiemilchernährung hast, wende dich am besten an einen Kinderarzt bzw. eine Kinderärztin, Hebamme oder Stillberatung.

 

Das könnte dich auch noch interessieren:

Richtig stillen – über das richtige Anlegen und verschiedene Positionen

Füttern mit der Flasche - so klappt´s

 

 

Quellen:
https://www.hebammenblog.de/stillen-von-brust-zur-flasche-und-sicher-wieder-zurueck/
https://www.milupa.at/baby/ernaehrung/flaeschchen/zwiemilchernaehrung-das-kombipaket-aus-brust-und-flaeschchen.html

Sende diese Seite an einen Freund