Zwischen Müdigkeit und Übelkeit

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

25.Sep 2018
Deutsch

Gastbloggerin Anja vom Blog Von Guten Eltern schreibt über ihre Erfahrungen mit Müdigkeit und Übelkeit in den ersten Wochen der Schwangerschaft.

Zwischen Müdigkeit und Übelkeit

Foto: Shutterstock

Bei allen vier Kindern war für uns die Vorfreude riesig groß, als der Schwangerschaftstest ein „positiv“ anzeigte. Beim ersten Kind kam auch noch eine große Neugierde dazu, wie es mir in der Schwangerschaft wohl gehen würde. Schon bald zeigte mir eine bleierne Müdigkeit und eine mehr oder weniger permanente Übelkeit, wie viel da doch gerade an Veränderungen in meinem Körper stattfand.

Glücklicherweise war der Spuk dann sehr verlässlich in der vierzehnten Schwangerschaftswoche vorbei. Danach folgte eine beschwerdefreie und sehr schöne Schwangerschaft. So verlief das bei allen Kindern. Spätestens ab dem dritten Kind rechnete ich also schon mit der „üblen Müdigkeit“ in den ersten Wochen. Mit steigender Kinderzahl wird es aber auch schwieriger, sich damit durch den Tag zu schleppen oder sich bei Bedarf hinzulegen.

Trotzdem fordert einen der Körper an manchen Tagen so sehr, dass man gar nicht anders kann. Gefühlt hätte ich manchmal am liebsten diese ersten drei Monate einfach durchgeschlafen. So klein das Baby im Bauch anfangs auch sein mag, so groß sind doch die ganzen Umstellungen im Körper.

Die meisten Frauen, die ich als Hebamme in der Frühschwangerschaft begleitet habe, merkten deutlich, dass diese ersten Wochen nicht nur emotional, sondern auch körperlich anstrengend sind. Die Bezeichnung „Phase der Anpassung“ beschreibt die ersten Schwangerschaftsmonate doch sehr treffend. Die Müdigkeit zwang mich immer wieder dazu, mich auszuruhen. Und die Übelkeit sorgte dafür, es langsamer angehen zu lassen, da diese sich bei Stress und Hektik eher noch verstärkten.

Auch für den werdenden Papa, Christian, war dadurch die Schwangerschaft von Anfang an sehr präsent. Denn viele vorher gemeinsam bewältigten Aufgaben fielen auf ihn allein zurück. Mit seiner Unterstützung kam ich doch etwas besser durch diese Zeit. Und er war es auch, der abends noch mal losging, um mir etwas Bestimmtes zu essen zu holen, wenn die Übelkeit dann und wann mal etwas abflaute.

Auch unseren schon größeren Kindern haben wir dann recht früh gesagt, dass das im Bauch wachsende Geschwisterchen derzeit dafür sorgt, dass Mama „etwas durchhängt“. Sie hatten sich schon Sorgen gemacht, als ich immer wieder morgens und auch zu allen anderen Tageszeiten würgend im Badezimmer stand.

Je nach Alter haben unsere Kinder auch versucht, auf die besonderen Umstände Rücksicht zu nehmen und mir zu helfen. Natürlich ist es trotzdem wesentlich anstrengender, wenn einfach schon Kinder da sind und man sich den ganzen Tag so flau und kraftlos fühlt.

Die Frühschwangerschaft kann das eigene Befinden und damit auch den Alltag ganz schön auf den Kopf stellen. Auch wenn noch kein wirkliches Bäuchlein in den ersten Wochen sichtbar ist, so gibt es häufig doch schon so viele Anzeichen für das neue Leben, das entsteht. Anzeichen, die man nicht einfach ignorieren kann. Als dann nach gut zwölf Wochen die Übelkeit ging und die Energie zurückkam, gab es tatsächlich eher mal Momente, in denen ich glatt „vergessen“ habe, gerade schwanger zu sein.

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